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oose Unternehmensblog


Agiles Vorgehen in Ausschreibungs- oder Festpreisprojekten

Immer wieder erreichen mich Fragen zu der Möglichkeit agilen Vorgehens im Rahmen von Ausschreibungs- oder Festpreisprojekten.
Wir haben seit mehreren Jahren durchaus positive Erfahrungen damit, zum einen selbst als Auftragnehmer von Festpreisaufträgen als auch begleitend für die Auftraggeber. Eines unserer ersten Beispiele war die öffentliche Ausschreibung zur Entwicklung eines Hafenlogistiksystems für den Seehafen Kiel. oose hat dort (zum Festpreis, aber agil vorgehend) das Pflichtenheft für die Ausschreibung erstellt. Anschließend haben wir den Auftraggeber bei der Auswahl des Systementwicklers (T-Systems hatte die Ausschreibung dann gewonnen) bis hin zur Abnahme begleitet. Auch der Systementwickler T-Systems ist dann wieder agil vorgegangen. (Auf der OOP-Konferenz 2005 hatten wir in einem Vortrag gemeinsam mit dem Auftraggeber und T-Systems das Projektvorgehen seinerzeit vorgestellt).
Folgendes ist dabei zu beachten gewesen: 
  1. Das Pflichtenheft darf nicht zu detailliert sein, sonst landet man wieder beim Wasserfall. Es darf nur so konkret sein, um vergleichbare Angebote einzuholen und die vertragliche Sicherheit für beide Parteien zu erreichen. Das ist sicherlich eine Gratwanderung, aber auch keine Hexerei.
  2. Es muss ein agiler Festpreis vertraglich vereinbart werden. So nennen wir es, wenn sich der Vertrag auf den initialen Anforderungsumfang des Pflichtenheftes bezieht, beide Parteien aber dann vereinbaren, dass *noch nicht realisierte* Anforderungen jederzeit gegen andere getauscht werden, wobei der Wert der rein- und rausgehenden Anforderungen jeweils aufgerechnet wird. Quasi ein Konto, dessen Saldo zum Projektende ausgeglichen sein sollte.
Die Details haben wir in unserem Buch APM – Agiles Projektmanagement beschrieben.
Außerdem gibt es einen älteren Artikel von mir dazu: ” Der agile Festpreis und andere Preis- und Vertragsmodelle”, Objekt-Spektrum, 01/2006
Beim Seehafen Kiel war es übrigens so, dass der Auftragnehmer pünktlich liefern konnte und der Auftraggeber auf seinem Konto sogar noch ein paar Anforderungen gut hatte.
Generell denke ich sind agile Vorgehensweisen wie APM sehr viel besser für Festpreissituationen geeignet als ein Wasserfallvorgehen – weil letzterer den unvermeidbaren Erkenntnisgewinn und die daraus resultierenden Änderungswünsche ignoriert und als Störung begreift und somit kontraproduktiv beim Festpreis ist: entweder bekommt der Auftraggeber nicht die Funktionalität die er braucht, sondern nur die beauftragte, oder der Auftragnehmer realisiert die gewünschte Funktionalität, bekommt die aber nicht bezahlt. Der Kunde möchte ja in der Regel eines festen Preis, aus Haushalts- und Budgetgründen. Eine fixe Funktionalität ist in der Regel nicht sein unmittelbares Interesse, sondern nur mittelbar aufgrund des Unvermögens, sonst bestimmte vertragliche Sicherheiten zu gewährleisten. Wenn dies anderweitig hergestellt werden kann, wie beim agilen Festpreis, ist das Thema fixe/variable Funktionalität weitgehend gelöst.
Bernd Oestereich
Weitere Links: APM, Vortrag XP-Days 2005

Bericht von der SEACON in Hamburg

SEACON 2009Vom 22. – 23.6.2009 fand im Hamburger Hotel Atlantik zum ersten Mal die Konferenz SEACON statt. Allem Krisengeunke zum Trotz startete die Konferenz, die nunmehr jährlich stattfinden soll, mit über 150 Teilnehmern, was die Erwartungen übertroffen hat. Das große Interesse wurde gleich zu Beginn deutlich, als während der Eröffnungsrede von Wolf Lotter (Gründungsmitglied und Leitartikelautor des Wirtschaftsmagazins brand eins) einige Teilnehmer in dem altehrwürdigen Saal keine Sitzplätze mehr fanden.

Das Besondere an der SEACON ist nicht nur ihr Veranstaltungsort Hamburg, denn im Norden gab es bislang wenig IT-Fachkonferenzen, vielmehr wartete die SEACON auch mit einem besonderen fachlichen Konzept auf, was mir persönlich als Fachbeirat der Konferenz besonderes am Herzen lag. Klassische Fachvorträge haben nur etwa die Hälfte des Programms ausgemacht. Bei allen anderen Programmpunkten hatten die Teilnehmer Möglichkeiten, sich mit Fragen, Meinungen, Erfahrungen, Thesen oder Antworten selbst und individuell einzubringen.

Ein zentrales Element der interaktiven Anteile war der Open Space, der von den Teilnehmern sehr rege genutzt wurde. Hier konnten Teilnehmer ihre eigenen Fragen und Themen einbringen und haben jeweils einen Zeitblock erhalten, um mit anderen interessierten Teilnehmern und auch mit den anwesenden Sprechern zu diskutieren und sich fachlich auszutauschen. Aufgrund des großen Interesses fanden sowohl Montag als auch Dienstag jeweils bis zu acht parallele Open-Space-Diskussionstreffen statt, deren Verlauf und Ergebnisse mitprotokolliert wurden und am letzten Nachmittag der Konferenz allen vorgestellt wurden.

Darüber hinaus gab es zwei Blöcke mit verschiedenen 10-minütigen kurzen Impulsvorträgen sowie so genannte Fishbowls, eine Art Podiumsdiskussion, bei der öfter die Diskussionspartner wechseln und viele Konferenzteilnehmer die Möglichkeit wahrnahmen, sich selbst aktiv in die Diskussion einzumischen. Zwei offene Fragerunden mit bereitstehenden Fachexperten, einmal zum Thema Agilität und einmal zu SOA, rundeten das Programm ab.

Bemerkenswert war, dass – sicherlich bedingt durch die vielen offenen Diskussionsformate – die Teilnehmer sehr schnell und intensiv untereinander in fachliche Gespräche kamen, so dass diese auch viele Kontakte untereinander knüpfen konnten. Man könnte dies auch “Networking” nennen, jedoch stand die Konferenz unter dem Titel “der Blick hinter die Schlagworte” und trug den Untertitel “The buzzword-free Software Conference”, so dass die SEACON weniger als andere Konferenzen mit Anglizismen und anderen Wortungetümen den Blick aufs Wesentliche vernebelten.

Sehr berührt aber auch erheitert hat der mit Bildern und Anekdoten gespickte Vortrag von Horst Zuse, Sohn von Konrad Zuse, zur Geschichte des Computers.

Viele Teilnehmer kamen aus dem Norden und auch bei den Ausstellern waren überdurchschnittlich viele Firmen aus dem Norden vertreten.

Ich freue mich über die gute Akzeptanz und Resonanz zu dieser besonderen konzeptionellen Mischung und vor auf die Wiederholung im nächsten Jahr.

Bernd Oestereich

CPRE-Zertifizierung 2.0

Ab dem 1.8.2009 gilt der neue Lehrplan 2.0 für den CPRE-Foundation-Level. Derzeit ist noch die Version 1.3 gültig. Der neue Lehrplan wird ab dem 1.7.2009 auf den Internetseiten des IREB veröffentlicht.
Es gibt keine grundlegenden Änderungen, d.h. die geforderten Fähigkeiten eines CPRE-2.0-Kandiaten sind nicht anders, als die eines CPRE-1.3-Kandidaten. Bisherige Zertifikate behalten natürlich ihre Gültigkeit.
Unsere Vorbereitungskurse basieren ab dem 01.08.2009 auf dem neuen Lehrplan.
Wenn Sie über das Thema diskutieren möchten, empfehlen wir Ihnen unser Diskussionsforum bei Xing: http://www.xing.de/net/cpre.

Gedanken zu CloudComputing

Ich stieß vor ein paar Wochen auf einen Artikel zum Thema
CloudComputing, Microsoft hätte da viel vor und einige
Plattformen wie zum Beispiel Amazon würden es einsetzen. Ich
selbst machte mir gerade Gedanken rund um SOA und fragte
mich, wie dies wohl zusammen gehen könnte.
Welche Auswirkungen auf eine SOA-Architektur hat
CloudComputing (CC)?
Werden die einzelnen Dienste, oder wie auch immer die
Bestandteile genannt werden, auch sicher in der Kommunikation
und vorm Abhören sein?
Wie kann man SOA und CC methodisch zusammenbringen, was ist
zu beachten, welche Fallen lauern im Aufbau, wie kann ein
Enterprise Service Bus aussehen, wie sieht eine optimale
Organisation aus?

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen CC,
Grid-Computing und verteilten Anwendungen? Kann ich etwa
verteilte Anwendungen in einer Cloud aus Grid-Rechnern laufen
lassen? Und wie testet man solche Architekturen und Programme?

Viele Fragen, die auf Antworten warten, mich würde ihre Meinung zu diesen Fragen interessieren. Sie erreichen mich unter Stefan.Bremer@oose.de.