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Agiles BPM (Teil 1): Was nützt agiles BPM?

Als Video:

Seit einigen Jahren bereichern agile Ansätze und Prinzipien die Welt der Softwareentwicklung, im Moment sind es SCRUM, APM, Lean und Kanban. Für mich Grund genug einmal zu schauen, ob agile Ansätze auch für BPM-Projekte nützlich sind und worum es bei agilem BPM überhaupt geht.

Mal ehrlich: wie laufen typische BPM-Projekte ab?
1. erstmal alle Ist-Prozesse aufnehmen und modellieren (Prozessmodellierung)
2. dann die aufgenommenen Prozesse durchdringen und Optimierungsideen aufspüren (Prozessanalyse)
3. anschließend ausgestalten, wie es besser gehen müsste (Prozessdesign).

Dann die so entstandene Soll-Prozessdokumentation über den Zaun werfen und
4. nun auf schnelle, fehlerlose, wunschgemäße Umsetzung hoffen (Prozessumsetzung und –einführung)

und am Ende wundern, warum das Projekt gescheitert ist...

So ein Wasserfall wäre ja gar nicht so schlecht, wenn er die Dynamik des Niagara-Wasserfalls entfalten würde. Leider mutet er in der Praxis aber an, wie ein tröpfelnder Wasserhahn. Und dass solche rein sequenziellen Ansätze selten erfolgreich sind, ist lange bekannt und nachgewiesen. Ich stelle das hier bewusst plakativ dar (und es trifft auf gar keinem Fall für Ihr BPM-Projekt zu), aber so erleben wir es draußen in der Realität.

Stattdessen wissen wir unlängst, wie es besser geht. Agile Ansätze sind dafür konzipiert,

  • die eigene Arbeitsweise flinker und produktiver zu machen
  • Anforderungen stetig und zügig an die bewegliche Marktdynamik anzupassen
  • neue Produkte schneller als die Konkurrenz ins Regal zu legen
  • Entwicklungskosten zu drücken
  • und nicht zuletzt: höhere Qualität zu liefern.

Und das sind doch größtenteils dieselben Ziele wie wir sie mit BPM-Projekten erreichen wollen. Es macht also Sinn, sich zu fragen, ob man Elemente der agilen Softwareentwicklung irgendwie nutzen kann.

Der Gedanke, agile Ansätze für BPM-Projekte zu nutzen wirft allerdings noch etliche Fragen auf. Zum Beispiel:

  • wie passen SCRUM-Rollen und BPM-Rollen zusammen? Entspricht der Process Owner dem Product Owner? Ist der Process Analyst ein SCRUM-Master?
  • Lassen sich agile Praktiken wie Timeboxing auch in der Phase der kontinuierlichen Prozesssteuerung nutzstiftend einsetzen oder sind wir da bereits agil genug?
  • Durch iteratives Vorgehen verändern sich nach jeder Iteration die Prozessschnittstellen. Wie verhindert man, dass sich Fachbereiche immer an neue Prozessabläufe gewöhnen müssen?
  • Agile Ansätze wollen, dass man nach jeder Iteration etwas ausliefert. Das geht doch gar nicht mit komplexen Prozessen, oder doch?

Das sind alles richtig spannende Fragen!

Agiles BPM beantwortet diese und viele andere wichtige Fragen und zeigt auf, wie man erfolgreiche Praktiken, Vorgehen, Prinzipien und anderes wertvolles Gedankengut auf den Kontext der BPM-Welt abbildet. Lassen Sie uns also damit beginnen, den in agilen Ansätzen destillierten Erfahrungsschatz nutzbar zu machen!

Im nächsten Blog-Eintrag dieser Serie geht es darum, ob Agilität und BPM überhaupt zusammen passen.

Schönen Start in die Woche wünscht
Christian Weiss

Businessmanagement/Projektmanagement/08.03.201008:20Christian Weiss(christian.weiss(at)oose.de)
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Tags: agiles bpm, abpm, ,scrum, ,bpm, ,agilität, , apm
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