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oose Unternehmensblog


OCEB Business Intermediate Training jetzt verfügbar!

Liebe BPM-ExpertInnen!

Wir haben tolle Neuigkeiten: ab Mai kommenden Jahres bietet oose für alle OCEB Fundamental Zertifizierten das langersehnte Vorbereitungstraining zum “OCEB Business Intermediate”-Zertifikat an (als offenes Training in Hamburg oder auch bei Ihnen im Haus).

Nähere Infos zu Terminen und Inhalten finden Sie hier: http://bit.ly/pGA4sV

Am besten rechtzeitig buchen. Wir rechnen aufgrund der jetzt schon vorhandenen großen Nachfrage mit voller Belegung.

Besten Gruß von den OCEB-Machern!
Christian Weiss

BPMN 2.0: Abgabe des Berichts der Finishing Taskforce

BPMN LogoLetzten Montag (24. Mai) haben wir den Bericht der “Finishing Taskforce” für die BPMN 2.0 abgegeben. Es gibt zwei wichtige Änderungen an der Spezifikation, neben 178 eher kleineren Korrekturen: Davon ist die erste kosmetisch, die zweite hat ein komplettes Kapitel aus der Spezifikation gestrichen, nämlich das Konversationsdiagramm. Das Konzept gibt es natürlich weiterhin, es wurde nur einfach mit ins Kollaborationsdiagramm aufgenommen. Und da wächst zusammen, was zusammen gehört. Eine Konversation ist eine logische Gruppierung von Nachrichten, die zwischen Konversationspartnern ausgetauscht werden. Die Nachrichten in der Gruppe werden in einer Kollabaration explizit dargestellt. Beide Darstellungsformen sind also nur unterschiedliche Abstraktionsebenen des gleichen Sachverhalts. Konsequenterweise ist es daher jetzt auch wie bei Kollaborationen möglich, nicht nur Pools sondern auch Aktivitäten direkt mit Konversationen zu verbinden. Und da kommen wir zur kosmetischen Änderung: Damit Konversationslinks nicht mit Sequenzflüssen verwechselt werden können, werden sie jetzt mit Doppellinie gezeichnet.
Ein Beispiel: oose unterhält sich mit einem Kunden über einen Coachingauftrag. Statt die einzelnen Nachrichten anzuzeigen, wird nur die Konversation dargestellt.

Insgesamt haben wir in der Taskforce 374 offene Punkte bearbeitet. 180 davon führten auch wirklich zu einer Änderung, der Rest waren Dubletten, abgelehnte Vorschläge oder wurden einfach vertagt auf die folgende “Revision Taskforce”. Die aktuelle Version ist nun gespickt mit Änderungsmarkierungen. Der Eindruck, dass sich viel geändert hat, täuscht allerdings: Hauptsächlich handelt es sich um kleinere Änderungen, wie Tippfehler und Klarstellungen. Typisch ist zum Beispiel die Ersetzung  von “may” und “required” durch “can” und “needed”.
Der Termin an dem die Finishing Taskforce die Entscheidungsvorlage abgeben muss, wurde übrigens auf den 2. Juli verschoben. Daher dürfte die Verabschiedung als offizielle Spezifikation erst beim darauf folgenden Technical Meeting im September stattfinden.

Vereinfachung der UML

Gemeinsam mit Conrad Bock vom NIST, James Odell, BAE Systems und MEGA habe ich bei der OMG eine Vereinfachung der UML im Bereich der Verhaltensmodellierung vorgeschlagen.
Derzeit hat die UML drei unterschiedliche Verhaltenskonzepte, deren Gemeinsamkeiten von der UML kaum berücksichtigt werden. Hierzu zählen die Aktivitäten, die Zustandsautomaten und die Interaktionen (Sequenzdiagramme). Damit ich Ihnen unseren Vorschlag blogartig kurz vorstellen kann, müssen Sie sich gut anschnallen, da ich direkt in das Metamodell der UML aufsteige.  Wenn Ihnen das zu schnell geht oder wenn Sie mehr Details erfahren möchten, können Sie hier unseren vollständigen Vorschlag inklusiver Einführung und Beispielen nachlesen.
Aktivitäten enthalten Aktionen, Zustandsautomaten Zustände und Interaktionen enthalten wieder Interaktionen. Das allgemeine Konzept, dass ein Verhalten Schritte enthält, ist nicht in der UML abstrahiert. Gleiches gilt für die Beziehung zwischen den Schritten. Aktionen werden mit Kontrollflüssen in eine Reihenfolge gebracht, Zustandsübergänge sind Transitionen und Interaktionen haben eine Ordnungsbeziehung. Das allgemeine Konzept, dass Verhalten ein anderes Verhalten als Vorgänger hat oder während eines anderen Verhaltens ausgeführt wird, ist in der UML nicht berücksichtigt.
Die folgende Abbildung zeigt das verallgemeinerte Verhaltenskonzept:

Unser Vorschlag enthält noch einige weitere Aspekte, die Sie hier nachlesen können.  Diese Ideen fließen mit in die Weiterentwicklung der UML bei der OMG ein.
oose ist direkt an der Entwicklung der UML beteiligt. Wir möchten damit die Interessen der Projekte vertreten und Ihnen erstklassige Informationen liefern. Daher haben wir auch zusätzlich noch eine eigenen Vorschlag zur Verbesserung der UML eingereicht. Sie können unsere Ideen hier finden.
Tim Weilkiens

UML 2.3 ist fertig

Geschafft! Die neue Version 2.3 der UML ist fertig. Nach vielen Diskussionen stehen nun die Änderungen fest. Jetzt muss nur noch das Spezifikationsdokument aufbereitet und einige Absegnungen diverser Gremien durchlaufen werden. Dann wird die UML 2.3 offiziell freigegeben.
Falls Sie schon innerlich zusammenzucken, dass jetzt neue Tools notwendig sind, Sie sich oder Ihre Mitarbeiter neu schulen müssen oder Sie Ihre Entwicklungsprozesse anpassen müssen, kann ich Sie beruhigen. Die meisten Änderungen spielen sich hinter den Kulissen aus Sicht des gemeinen Modellierers ab. Es sind Bugfixes am Metamodell oder Schärfungen der Semantik von Modellelementen im Spezifikationsdokument der UML.
Eine direkt sichtbare Änderung ist die Möglichkeit, dass Ports konjugiert werden können. Die Klasse B in der Abbildung hat denselben Porttyp wie Klasse A, aber die Schnittstelle wird von B eingefordert und von A angeboten. Bisher hätte man für Klasse B einen neuen Porttyp definieren müssen.

Demnächst startet im normalen Standardisierungsprozess die Arbeiten an der UML 2.4. Spannend ist die aktuelle Initiative, die UML grundlegend zu überdenken und die UML 3.0 zu entwickeln.
Sie haben Fragen oder Diskussionsbedarf? oose ist unmittelbar an der Entwicklung der UML beteiligt. Ich freue mich auf Ihre Nachricht: tim.weilkiens(at)oose.de
Tim Weilkiens

BPMN 2.0 Spezifikation angenommen


Auf der OMG-Website sucht man vergeblich eine offizielle Verlautbarung zum Ausgang der Abstimmung zur neuen BPMN-Spezifikation beim Technical Meeting in Costa Rica. Jetzt hat uns aber endlich über die Mailing-Liste die Information erreicht, dass das OMG Architecture Board die Spezifikation angenommen hat. Wir hatten zwar nichts anderes erwartet, dennoch hat die neue Version damit eine wichtige Hürde genommen.
Am letzten Tag des Meetings wurde noch die Finishing Task Force auf den Weg gebracht. Denn bevor eine Spezifikation der OMG offiziell wird, durchläuft sie noch eine erste Revision. oose ist neben SAP die einzige deutsche Firma, die an dieser Task Force teilnimmt. Viel wird dabei nicht mehr verändert. Im Wesentlichen geht es darum, die Spezifikation abzurunden und kleinere Inkonsistenzen, die die Tool-Hersteller bei der Implementierung finden, noch auszubügeln. Die sind nämlich währenddessen damit beschäftigt ihre Tools anzupassen. Offizieller Termin für den Bericht der Task Force ist der 21. Juni 2010. Es ist zu erwarten, dass einige Toolhersteller schon vor diesem Termin mit neuen Versionen herauskommen.
Axel Scheithauer

Mitarbeit an der SysML 2.0

Die SysML kommt langsam in die Jahre. Sie ist vor drei Jahren von der OMG als Standard mit einem bewusst geringem Umfang in der Version 1.0 veröffentlicht worden.  Für Erweiterungen wartet die OMG auf Praxiserfahrungen, damit die SysML auch nur Konstrukte enthält, die einen praktischen Nutzen haben.
Jetzt ist es soweit, die Praxiserfahrungen und Wünsche der Anwender abzufragen und in die Entwicklung zur SysML 2.0 einfließen zu lassen. Ende Juni hat sich die OMG in Costa Rica getroffen und einen Request for Information (RFI) veröffentlicht. Jeder ist dazu aufgerufen, auf das RFI zu antworten. Sie haben damit einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entwicklung der SysML. Die Antworten bilden die Grundlage, um Anforderungen an die neue Version 2.0 zu stellen.
oose seit den Anfängen der SysML ist aktiv an der Entwicklung der Sprache beteiligt und hat Teile der Spezifikation geschrieben. Gerne können Sie auch uns Ihre Erfahrungen und Wünsche zur SysML schicken, wenn sie nicht selber offiziell auf das RFI antworten möchten. Wir diskutieren gerne mit Ihnen und sorgen dafür, dass ihre Meinung in der Entwicklung zur SysML 2.0 berücksichtigt werden. Schreiben Sie an: Tim.Weilkiens(at)oose.de. Ich freue mich auf Ihre Anregungen.
Tim Weilkiens

BPMN 2.0 Entwurf eingereicht

Mit Spannung haben wir verfolgt, ob die BPMN 2.0 rechtzeitig zur OMG Abstimmung im Juni vorliegen wird. Sie hat es geschafft. 
Was aber hat sich zur Vorgängerversion geändert? Dürfte ich nur zwei Änderungen gegenüber der Version 1.2 beschreiben, müsste ich vor allem das Choreographie-Diagramm und das Meta-Modell erwähnen. Das ist aber längst nicht alles.
Doch schauen wir uns zunächst das neue Choreographie-Diagramm an. In der BPMN 1.2 konnte die Choreographie – also die Art und Weise, wie zwei Teilnehmer miteinander kommunizieren – nur unzureichend abgebildet werden. An dieser Stelle ist mit einem neuen Diagrammtypen mit eigenen Symbolen und Sequenzfluss ordentlich nachgebessert worden. Zwei weitere neue Diagrammtypen sind noch hinzugekommen: Das Konversations- und das Kollaborationsdiagramm.
Kommen wir zum zweiten Highlight: Dem Metamodell. Dessen Bedeutung schlägt sich auch im Namen der BPMN nieder. Stand in der Version 1.2 BPMN noch für “Business Process Modeling Notation” heißt es ab der Version 2.0 “Business Process Model and Notation”. Das Metamodell setzt wie bei UML und anderen Standards der OMG auf MOF (Meta Object Facility) auf. Hierdurch erhält die BPMN erstmals eine formale Definition der Syntax. Und was bringt mir das als Modellierer? Die Verwendung der BPMN ist eindeutig definiert und die Modelle sind künftig zwischen Tools austauschbar (so es der Toolhersteller denn unterstützt).  
Und was gibt es sonst noch? Eine Modellierung der Daten ist auch weiterhin nicht vorgesehen. Dafür gibt es jetzt Einhakpunkte, an denen man extern definierte Datenstrukturen (z. B. XML) einbinden kann.
Die Ausführungssemantik wird umfassend behandelt und sogar das Mapping auf WS-BPEL wird genormt (was natürlich Kritik bei den Verfechtern anderen Ausführungssprachen hervorruft).
Wenn alles gut geht, wird die BPMN 2.0 beim Technical Meeting der OMG im Juni in Costa Rica als “adopted specification” verabschiedet. Danach folgt ein Feinschliff, bevor sie offiziell als “available specification” herausgegeben wird. Erfahrungsgemäß werden etwa um diese Zeit auch schon die ersten Tools herauskommen, die sie unterstützen.
Zum Thema „Bühne frei für BPMN 2“ halte ich am 07. Juli 2009 einen Abendvortrag zu welchem ich Sie gerne einladen möchte ( http://www.oose.de/abendvortraege.html). Weitere Informationen zur BPMN 2.0  erhalten Sie in Kürze auf unserer Website.
Axel Scheithauer und Andrea Grass

Fortschritte bei BPMN, SysML & Co.

Vom 23. – 27. März hat in Washington wieder ein OMG-Meeting stattgefunden. Die Object Management Group veranstaltet mehrmals im Jahr diese Treffen, um in mehreren Arbeitsgruppen über aktuelle Standards wie UML, SysML und BPMN zu diskutieren und abzustimmen.
Auf der Tagesordnung stand diesmal das spannende Thema der BPMN 2.0. Derzeit arbeiten zwei konkurrierende Konsortien an einer neuen Version. Ein Konsortium wird von IBM, Oracle und SAP dominiert. In dem anderen Konsortium sind beispielsweise die Unternehmen MEGA International, Hewlett-Packard und oose beteiligt.
Ursprünglich geplant war die Verabschiedung der neuen Version, aber schon länger absehbar ist es zu einer Verschiebung des Termines gekommen.
Auch getagt hat die Domain Special Interest Group (DSIG) für Systems-Engineering. Dort standen natürlich viele Themen rund um SysML auf dem Programm. Der Status der aktuell in Arbeit befindlichen Version OMG SysML 1.2 wurde vorgestellt, der Angleich von SysML und RFI wurde diskutiert und über ein SysML-Zertifizierungskonzept wurde gesprochen.
Zwischen den OMG-Meetings findet die Arbeit an den Standards meist per Telefon und E-Mail statt, da die Mitglieder der Arbeitsgruppen weltweit verteilt sitzen. Ein echtes Treffen beschleunigt natürlich viele Prozesse.
So war auch dieses OMG-Meeting wieder spannend für unsere Mitarbeiter, die aktiv an der UML, SysML, BPMN und anderen Standards mitarbeiten.