Aktivität
Anforderungsanalyse
| A-128 Vorstudie erstellen
| |
Untersuchung des grundsätzlichen Entwicklungsgegenstandes und Beschreibung grundsätzlicher Lösungsalternativen
Aktivität muss nicht durchgeführt werden in Vorbereitungsphase (Singuläre Aktivität)
(bedarfsweise.)
Grundsätzliches Vorgehen:
- Generelle Zielsetzung festlegen. Zusammen mit dem Auftraggeber werden die generelle Zielsetzung und die zu beachtenden Randbedingungen festgelegt. Ergebnisdokumente: Gesprächsprotokolle u.Ä.
- Informationsquellen. Es werden Unterlagen eingesehen und vorhandene Ideen zu dem Problem aufgenommen. Wie wird derzeit mit dem Problem umgegangen? Ergebnisdokumente: Verzeichnis der vorhandenen Informationsquellen und Ansprechpartner
- Ist-Zustand. Durch Fragenkataloge und Interviews wird der Ist-Zustand in groben Zügen erhoben.
- Anforderungen klären. In Gesprächen mit den Fachabteilungen werden die generellen funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen und Zielvorstellungen der Betroffenen und Beteiligten ermittelt.
- Problemfeld abgrenzen. Was gehört nicht mehr zu der Aufgabe? Wo existieren Schnittstellen zur Außenwelt? Ergebnisdokument: Aufgabenbeschreibung, Kontextdiagramm
- Akteure identifizieren. Wer macht was, d.h., welche Anwender haben welche Aufgaben und Kompetenzen im Kontext des Problembereiches? Ergebnisdokumente: Akteurdiagramm, ggf. Kompetenzschema, Berechtigungskonzept
- Umfeld beschreiben. Wie sieht die Umgebung aus, in der das zu entwickelnde System einmal laufen soll? Ergebnisdokument: ein Infrastrukturmodell, das die Hardware-, Software-, Netzwerk- und Middlewaretechnologie und -architektur beschreibt.
- Systemanwendungsfälle identifizieren. Wie heißen die Systemanwendungsfälle, die das System unterstützen soll? Eine namentliche Auflistung der Fälle liefert bereits eine erste Orientierung über die Anforderungen. Ggf. wird jeder Systemanwendungsfall bereits mit einem Satz oder einigen Stichworten kurz erläutert. Ergebnis: Systemanwendungsfallübersicht
- Prioritäten. Es werden Schwerpunkte definiert und Prioritäten vergeben. Welche Probleme sind am dringendsten zu lösen, welche haben etwas mehr Zeit? Ergebnisdokument: Rahmenkonzept
- Lösungsalternativen. Mögliche Lösungsansätze werden erarbeitet und gegenübergestellt: Welche Alternativen sind denkbar? Bei ganz dringenden Problemen stellt sich die Frage nach möglichen Sofortmaßnahmen. Ergebnisdokument: Darstellung der Lösungsalternativen
- Empfehlung. Die Lösungsalternativen werden (nach zuvor definierten Kriterien) bewertet, gegebenenfalls Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt. Ergebnisdokument: Empfehlung
- Weiteres Vorgehen. Abschließend wird das weitere Vorgehen für die empfohlene bzw. vom Auftraggeber gewünschte Alternative geplant. Ergebnisdokument: Empfehlungen zum weiteren Vorgehen
Alle Punkte zusammen bilden die Vorstudie, die vor dem eigentlichen Projekt erarbeitet wird. Ob und wie detailliert eine Vorstudie durchgeführt wird, hängt vom Umfang und von der Tragweite des Projektes ab und von den Risiken, die für den Auftraggeber und den Auftragnehmer damit verbunden sind. Unter Umständen kann sich die Aufgabe als sehr viel umfangreicher als ursprünglich gedacht erweisen. Dann ist zu überlegen, ob das Projekt nicht in einzelne Teilprojekte zu gliedern ist. Unter Umständen stellt sich auch die Frage, ob anstelle einer individuellen Softwareentwicklung vielleicht vorhandene Standardprodukte das Problem lösen. Lautet die Entscheidung, dass eine individuelle Software zu realisieren ist, dann beginnt das eigentliche Softwareentwicklungsprojekt.
Sofern die Machbarkeit, Zweckmäßigkeit oder Entscheidung für eine von mehreren Lösungsvarianten noch offen sind, sollte die Vorstudie die zur Klärung hierfür notwendigen Informationen erarbeiten. Ist hingegen das grundsätzliche weitere Vorgehen bereits entschieden, dient die Vorstudie mehr zur Vorbereitung der nachfolgenden Phasen.
OEP - Object Engineering Process, v3.0, 06.11.2006 11:04:34, Copyright © 2006 by oose Innovative Informatik GmbH