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Original-Version von Richard M. Soley.
Geleitwort (Fundemental)
Es ist allgemeiner Tenor in der
IT-Branche, dass Technologien sich stetig und schnell wandeln. Jeder
Versuch, diese Entwicklung zu zähmen, scheitert. Es wird uns
eingeredet, dass wir jederzeit bereit sein müssen, das über
Bord zu werfen, was wir bereits entwickelt haben, neue Experten
einzustellen, ältere Mitarbeiter umzuschulen und unser
Systemdesign umzuarbeiten. Neue Technologien bringen Fortschritt, neue
Ansätze bringen Vereinfachung, neue Ideen führen zu mehr
Integration.
Das ist natürlich eine Lüge.
Während sich die Technologien
oberflächlich ändern, bleiben im
Allgemeinen die zugrunde liegenden Ideen, Strukturen und Architekturen
stabil. Ein hervorragendes Beispiel dafür sind Software
Integration Busses. Sicherlich war Suns XDR nicht der erste, aber er
führte die Idee von DCE (Open
Software Foundation) und CORBA (Object Management Group) sowie
Microsofts proprietäre COM/DCOM-Lösung fort. Nicht zu
vergessen XML und der neueste Silberschweif am Himmel: Web-Services. Im
Wesentlichen handelt es sich hier um ein und dieselben Ideen, sozusagen
alter Wein in neuen Schläuchen.
Die technischen Grundlagen wurden bereits
vor Jahrzehnten in
Forschungseinrichtungen von Universitäten und Firmen in aller Welt
gelegt. Es dauert offenbar mindestens 20 Jahre, bis Technologien den
"IT-Mainstream" erreichen, wenn sie es überhaupt schaffen.
Ich entschuldige mich für den Zynismus, aber die Wahrheit ist oft
schmerzhaft. Jedoch, es gibt auch gute Nachrichten: Manchmal liefert
die Industrie Lösungen, die Konvergenz statt Divergenz betonen.
Die Unified Modeling Language (UML) ist ein gutes Beispiel dafür.
Als die Object Management Group (OMG) das Banner der UML in die Hand
nahm und 1997 den ersten offenen UML-Standard veröffentlichte, gab
es keinen Zweifel daran, dass die UML die erste Sprache für
Analyse und Design darstellte bzw. erstmalig auf objektorientierten
Grundlagen aufbaute. OMT, Booch, Objectory und viele andere Techniken,
Notationen und Methoden waren Vorreiter für UML, und das bringt es
genau auf den Punkt: Das Gelernte konvergierte zu einer einzelnen
Sprache, die die anderen ersetzt: die Unified Modeling Language. Die
besten Ideen ihrer Vorgänger kombinierend, bietet sie eine Palette
von Modellierungsdiagrammen, die für eine Vielzahl von Problemen
geeignet sind (beginnend von grafischen Sequenz-, Aktivitäts- und
Klassendiagrammen bis hin zur textuellen Zusicherungssprache OCL und
zur Aktionssemantik). Die UML erreichte sehr schnell eine Konvergenz im
IT-Umfeld und alle großen Modellierungswerkzeughersteller
unterstützen diese Sprache.
Das soll aber nicht heißen, dass
ein Wechsel in der IT-Welt schleichend herbeigeführt werden
müsste. Es ist sicherlich begrüßenswert, dass so viele
UML-Tools Modelle und Diagramme austauschen und dass
weiterführende Werkzeuge basierend auf dem gemeinsamen Datenformat
XMI Code
generieren und Softwarequalitätsmetriken berechnen können.
Aber da ist natürlich auch noch der Faktor Mensch. IT-Teams,
insbesondere die Architekten und Analytiker, aber auch Programmierer,
müssen lernen, die UML als die Lingua franca in der
Softwaremodellierung zu beherrschen.
Während die Standardspezifikationen
der OMG (zu finden unter http://www.omg.org) die Norm definieren,
braucht es mehr, als Projektleitern die Sicherheit zu geben, dass sie
Qualität einkaufen, produzieren und an ihre Kunden ausliefern. Die
OMG hat daher in Zusammenarbeit mit dem in Tokio ansässigen
UML-Technologieinstitut (UTI) 2003 die Entwicklung des Programms
"OMG-Certified UML Professional (OCUP)" gestartet. Das OCUP-Programm
definiert UML-Expertise auf drei unterschiedlichen
Ebenen und testet dieses Wissen weltweit auf unabhängige und
professionelle Art und Weise.
Der OCUP-UML-Fundamental-Test in
Bangalore ist derselbe wie der in München oder Paris. Das Bestehen
des Tests kennzeichnet den
Zertifizierten eindeutig als einen führenden Experten auf diesem
Gebiet, der von der Notwendigkeit fundierten Fachwissens in der
Modellierung überzeugt ist und der keine Zeit und keinen Aufwand
gescheut hat, seine Fachkenntnisse zu verbessern.
"Passing the OCUP tests marks you as a leader."
Dieses Buch konzentriert sich darauf, Sie
auf diese Herausforderung, das Bestehen des OCUP-Tests vorzubereiten.
Es vermittelt und bescheinigt nicht nur Ihnen selbst, sondern auch den
Kollegen und Ihrem Arbeitgeber, dass Sie die Bedeutung der Modellierung
für die Entwicklung von qualitativ hochwertiger Software, die noch
dazu schneller, besser und preisgünstiger ausgeliefert werden
kann, verstehen. Die Autoren haben ihre Fachkompetenz nicht nur dadurch
bewiesen, dass sie die Tests selber bestanden haben. Sie haben
darüber hinaus Vorbereitungskurse zur UML-Zertifizierung gegeben,
deren Teilnehmer eine bemerkenswert geringe Durchfallquote hatten - und
dies nur wenige Wochen, nachdem das OCUP-Programm weltweit
angelaufen war.
Sie, die Leser dieses Buches, haben den
ersten richtigen Schritt unternommen, um zu zeigen, was Sie wissen. Und
dieses Buch ist die richtige
Vorbereitung, um dorthin zu gelangen.
Richard Mark Soley, Ph.D.
Chairman and Chief Executive Officer
Object Management Group, Inc.
März 2004
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