Aktivität

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Anforderungsanalyse

A-228 Anforderungsworkshop durchführen

Ein 1-tägiger Workshop wird mit den wichtigsten Anforderungsbeitragenden durchgeführt. Ein Teil der Ergebnisse aus der Vorbereitungsphase wird gemeinsam innerhalb des Workshops vervollständigt, für Detailarbeiten werden separate Arbeitsaufträge erteilt.

Aktivität muss durchgeführt werden in Entwurf-/Architekturphase (Startphase) (Iterative Aktivität)
Aktivität sollte durchgeführt werden in Konstruktionsphase (Hauptphase) (Iterative Aktivität) (Teile daraus - je nach Bedarf)


Der Workshop wird mit allen wichtigen Anforderungsbeitragenden innerhalb eines Tages durchgeführt. Die im ersten Anforderungsworkshop (Vorbereitungsphase) erarbeiteten Ergebnisse werden weiterentwickelt. Für diesen Workshop ist es notwenig, Experten für Detailfragen einzuladen, damit die Detaillierung der vorliegenden Ergebnisse erfolgen kann. Für arbeitsintensivere Detailaufgaben werden Arbeitsaufträge an einzelne teilnehmende Personen vergeben. Diese Arbeitsaufträge sind eigenverantwortlich separat zu erledigen. Die Anzahl der Arbeitsaufträge pro Person ist von der Projektgröße (Anzahl Projektmitarbeiter) und -dauer abhängig. So macht es beispielsweise in größeren Projekten mit einer hohen Anzahl von Projektmitarbeitern Sinn, in kleinen Arbeitsgruppen eine sinnvolle Anzahl von Arbeitsaufträgen gemeinsam abzuarbeiten, während in kleineren Projekten mit wenigen Projektmitarbeitern die Arbeitsaufträge möglicherweise von Einzelpersonen zu erledigen sind. Die Moderatorin des Workshops ist für die zielführende Durchführung des Workshops und die Dokumentation der Arbeitsaufträge in der Arbeitsauftragsdatenbank verantwortlich.

Der Workshop wird von einer Systemanalytikerin moderiert. Die einzelnen Aktivitäten werden in festgelegten Timeboxen durchgeführt. Ziel des Workshops ist es, die bislang vorliegenden Ergebnisse zu vertiefen und für zeitintensivere Aktivitäten Arbeitspaare/Kleingruppen für die Detaillierung zu benennen. Dazu werden die Teilnehmer in sinnvolle Arbeitspaare aufgeteilt und die zu erarbeitenden Aktivitäten je Arbeitspaar zugewiesen.

Als Hilfmittel eignen sich Flipchart-Papier, freie Flächen und eine Digitalkamera. Alle Arbeitsergebnisse werden mit unterschiedlichen Arbeitstechniken (Brainstorming, Brainwriting, Clustering, Mindmapping etc.) entwickelt und mit Stiften zu Papier gebracht. Am Ende jeder Aufgabe werden die Ergebnisse fotografiert. Alle am Ende des Workshops gesammelten Ergebnistypen werden elektronisch im Projektverzeichnis zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt.

Folgende Aktivitäten werden in dem Workshop durchgeführt:

Vollständige Systemanwendungsfall-Übersicht erstellen
Im vorausgegangenen Anforderungsworkshop (Vorbereitungsphase) Anforderungsworkshop durchführen (Vorbereitungsphase) wurden die wichtigsten 20 % der Systemanwendungsfälle identifiziert und eine Übersicht erstellt. Nun gilt es, alle restlichen noch ausstehenden Systemanwendungsfälle zu finden und zu identifzieren. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass sie zu diesem Zeitpunkt bekannt sind.

Die Liste mit den Systemanwendungsfällen wird vervollständigt.

Jeder Systemanwendungsfall erhält eine Bezeichnung, die möglichst aus einem Substantiv und einem Verb besteht (z.B. "Vertrag anlegen"). Soweit notwendig, sind erste einfache Recherchen und Rückfragen bei anwesenden Experten über das Anwendungsgebiet durchzuführen. Die Systemanwendungsfälle können, soweit entsprechende Informationen vorliegen, mit einer Kurzbeschreibung (1 - 3 Sätzen), möglichen Vor- bzw. Nachbedingungen und Akteuren kommentiert werden.

Können Rückfragen nicht im Workshop geklärt werden, sind zu dem jeweiligen Systemanwendungsfall die Namen von Ansprechpartnern/Experten sowie andere Informationsquellen (Dokumente etc.) zu notieren, soweit diese bekannt sind. Alle offenen Punkte können mittels Arbeitsaufträgen überwiesen werden.

Der Systemanalytiker ist für die Vollständigkeit der Systemanwendungsfall-Identifizierung verantwortlich.

Negativliste:
Sofern nahe liegende Systemanwendungsfälle explizit vom Projektumfang ausgeschlossen werden sollen, werden sie in gleicher Weise beschrieben, erhalten jedoch den Status "ausgeschlossen". Sie werden in der Ausschlussliste dokumentiert.

Essenzbeschreibungen für alle erkannten Systemanwendungsfälle durchführen (mind. 80 %)
Die identifizierten Systemanwendungsfälle werden essenziell beschrieben durch: Derart beschriebene Systemanwendungsfälle führen den Status "essenziell beschrieben". Essenzielle Systemanwendungsfälle sind eine spezielle Form der Anwendungsfallbeschreibung, die keine Annahmen über bestimmte Technologien, Implementierungsbedingungen, Entwicklungsumgebungen etc. treffen, sondern in abstrakter Weise nur die eigentliche Intention beschreiben. Beispielsweise wird im Systemanwendungsfall "Geld aus Geldautomat holen" statt "1. Karte einschieben, 2. PIN eingeben" ganz abstrakt die Formulierung "Kunde identifizieren" verwendet.

Systemanwendungsfälle mit dem Status "ausgeschlossen" werden nicht weiter detailliert.

Sofern während dieser Aktivität neue Systemanwendungsfälle erkannt werden, werden sie in die Liste der Systemanwendungsfälle aufgenommen und anschließend ebenfalls essenziell beschrieben.

Soweit notwendig, sind erste einfache Recherchen und Rückfragen bei anwesenden Experten über das Anwendungsgebiet durchzuführen.

Alle wichtigen Fachbegriffe (inkl. Synonyme und Homonyme), die im Rahmen der Systemanwendungsfallanalyse vorkommen, werden in einem Fachglossar erläutert (ca. 2 - 10 Zeilen Text). Das Glossar wird vom Domänenexperten erstellt und gepflegt. Der Analytiker prüft am Ende dieser Aktivität, ob alle wichtigen Fachbegriffe aus den Systemanwendungsfällen im Glossar eingetragen und verständlich erläutert sind.

Arbeitsaufträge zuweisen
Für die Detaillierung und Weiterentwicklung der restlichen Ergebnisse aus dem Anforderungsworkshop der Vorbereitungsphase wird pro essenziell beschriebenem Systemanwendungsfall je ein Arbeitsauftrag einer fachlich geeigneten Person oder ggf. einer kleinen Arbeitsgruppe (von der Projektgröße abhängig) zur eigenverantwortlichen Bearbeitung zugewiesen. Der Aufwand des Arbeitsauftrages richtet sich nach der Komplexität des Systemanwendungsfalles. Dies ist bei der Verteilung der Arbeitsaufträge zu berücksichtigen.

Folgende Aktivitäten sind je Systemanwendungsfall durchzuführen, d.h. Inhalt eines jeweiligen Arbeitsauftrages:
  • Vollständiges Ablaufmodell und Dialogmodell mit allen Ausnahmen und Varianten je essenziell beschriebenem Systemanwendungsfall beschreiben siehe Systemanwendungsfall detaillieren
  • Systemanwendungsfallmodell mit Beziehungen zwischen Systemanwendungsfällen und allen ableitbaren sekundären Systemanwendungsfällen entwickeln siehe Systemanwendungsfallmodell entwickeln
  • Je ein Geschäftsklassenmodell pro identifiziertem Subsystem mit wichtigen Geschäftsklassen entwickeln Attribute und Operationen identifizieren und beschreiben, soweit bekannt siehe Geschäftsklassenmodell entwickeln
  • Berichte und Auswertungen detaillieren siehe Berichte und Auswertungen identifizieren und beschreiben
  • Nichtfunktionale Anforderungen detaillieren siehe Nichtfunktionale Anforderungen identifizieren
  • Features detaillieren siehe Features identifizieren
  • System-Schnittstellen beschreiben und klassifizieren Systemschnittstellen identifizieren und klassifizieren
  • Batch-Programme identifizieren und detaillieren Stapelverarbeitungsprogramme identifizieren und spezifizieren


    Begründung:

    Auslöser:

    Vorbedingung:

    Der Anforderungsworkshop in der Vorbereitungsphase wurde erfolgreich durchgeführt. Alle wichtigen Ergebnisse wurden erreicht und dokumentiert.

    Unterlagen:

    E-2 Systemanwendungsfallübersicht
    E-7 Fachliches Glossar
    E-20 Anforderungsspezifikation
    E-6 Systemanwendungsfallbeschreibung [essenziell]
    E-76 Katalog der Stapelverarbeitungsprogramme
    E-75 Katalog der Druck- und Ausgabeerzeugnisse
    E-71 Katalog nichtfunktionaler Anforderungen
    E-9 Katalog externer Schnittstellen
    E-77 Bericht
    E-155 Ausschlussliste
    E-58 Subsystem

    Gegenbedingung:

    Ergebnisse:

    E-7 Fachliches Glossar
    E-6 Systemanwendungsfallbeschreibung [essenziell]
    E-2 Systemanwendungsfallübersicht
    E-5 Arbeitsauftrag
    E-155 Ausschlussliste
    E-168 Workshop-Protokoll

    Besond. Hilfsmittel:

    Flip-Chart-Papier, freie Flächen
    Aufgabendatenbank
    Karteikarten
    Textverarbeitung
    UML-Modellierungswerkzeug
    Wiki

    Verantwortlicher:

    projektintern.SystemanalytikerIn

    Beteiligte:

    projektintern.FachlicheR ArchitektIn
    projektintern.Fachexperte
    projektintern.StapelverarbeitungsprogrammentwicklerIn
    projektintern.Schnittstellenexperte
    projektintern.DialogentwicklerIn

    Nachfolg. [Beding.]:

    A-229 Systemanwendungsfall detaillieren
    A-233 Systemanwendungsfallmodell entwickeln
    A-230 Geschäftsklassenmodell entwickeln
    A-231 Berichte und Auswertungen identifizieren und beschreiben

    OEP - Object Engineering Process, v3.0, 06.11.2006 11:04:36, Copyright © 2006 by oose Innovative Informatik eG