Zielgruppen des OEP

Der OEP wurde mit dem Ziel entwickelt, einen praktisch anwendbaren Prozessleitfaden für alle wichtigen Projektbeteiligten zu erhalten. Hauptadressaten sind
die an der Projektleitung beteiligten Personen,
die mit der Qualitätssicherung und Überprüfung des Projektes betrauten Personen,
die Projektmitglieder.

Für die Projektleitung ist das Vorgehensmodell eine wichtige Planungsunterlage. Aus dem Vorgehensmodell kann die Projektleitung viele der notwendigen und sinnvollen Aktivitäten ableiten. Sie kann das Vorgehensmodell im einfachsten Fall als einfache Checkliste verwenden, etwa für die Frage "Haben wir irgendwelche Aktivitäten und Ergebnisse in der Planung übersehen?".

Der optimale Nutzen entsteht, wenn die Projektleitung alle im Vorgehensmodell beschriebenen Aktivitäten, Ergebnisse, Meilensteine etc. kritisch würdigt und jeweils entscheidet: "Müssen oder sollten wir dies in unserem konkreten Projekt berücksichtigen, und wenn ja, in welcher Ausprägung?"

Die Aktivitäten und Ergebnisse des Vorgehensmodells sind klassifiziert in optionale und obligatorische Bestandteile. Außerdem kann die Projektleitung wichtige inhaltliche Zusammenhänge und Abhängigkeiten entnehmen oder ableiten, um so die Reihenfolge und Dringlichkeit für die Aktivitäten des konkreten Projektes festzulegen. Trotz dieser Hilfestellung verbleibt die volle Verantwortung für die konkrete Projektplanung und -durchführung natürlich bei der Projektleitung - unabhängig davon, was das Vorgehensmodell berücksichtigt und nahelegt. Welche Aktivitäten sinnvoll und notwendig sind und welche Abhängigkeiten im Vorgehen tatsächlich vorliegen, dies kann nur für ein konkretes Projekt entschieden werden. Ebenso wird jedes Projekt stets eine Menge von Sachverhalten berücksichtigen müssen, die das Vorgehensmodell nicht kennt.

Für die Qualitätssicherung ist das Vorgehensmodell ein hilfreicher Leitfaden, um die Planung und Durchführung eines konkreten Projektes hinsichtlich Vollständigkeit und Abhängigkeiten zu hinterfragen und nachzuvollziehen. Außerdem enthalten zahlreiche Beschreibungen von Aktivitäten und Ergebnisse Hinweise, wie die fachliche Qualität beurteilt werden kann.

Die übrigen Projektbeteiligten unterstützt das Vorgehensmodell durch teilweise detaillierte Arbeitsanleitungen, Hinweisen zur Form und Gliederung von Ergebnissen, Muster/Formulare, Ergebnisbeispiele, Verweise auf relevante Standards und Richtlinien usw.