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Internet der Dinge – Interview mit SkyBus

Internet der Dinge – Interview mit SkyBus

3. Juni 2015

Mail KommunikationNeulich war ich in der Hamburger Gründerwerft bei Skybus und habe mich mit den beiden Geschäftsführern Pierre Manière und Peter Sorowka über das Internet of Things (IoT) unterhalten.

IoT ist derzeit in aller Munde. Mal wieder so ein Hype? Ja, ein Hype ist es. Und es ist ernst zu nehmen. Das Besondere ist, dass es nicht einfach eine neue Technologie ist, die von Entwicklungsabteilungen bewertet und umgesetzt wird. Es ist eine umfassende Änderung. Das IoT verändert und ermöglicht Geschäftsmodelle. Damit hat es Potential, Unternehmen zu Überfliegern zu machen oder abstürzen zu lassen. Erfolgreich umsetzen kann man es, wenn Technologie und Geschäft an einem Strang ziehen.

Das IoT erfordert Kommunikationspfade zwischen Systemen basierend auf Standards. Ähnlich wie man heute nur eine Emailadresse benötigt, um mit einem Menschen über das Internet zu kommunizieren, muss es auch eine Adresse eines Dings geben, um damit Kontakt aufnehmen zu können.

Ich habe mit Pierre und Peter eine spannende Diskussion darüber geführt, die ich hier zusammengefasst in Form eines Interviews wiedergebe:

Was sind aus eurer Sicht heute die größten Herausforderungen des IoT?

Damit das Internet of Things sein Potential voll entfalten kann, müssen vor allem Herstellergrenzen überwunden werden. Ideal wäre es, wenn sich Softwareentwickler für IoT-Applikationen überhaupt nicht tiefer mit der verwendeten Hardware beschäftigten, sondern lediglich eine einfache API ansprechen müssten. Dazu müssen natürlich sowohl für die Datenübertragung als auch für die Schnittstellenformate Standards definiert werden. Das ist für uns auch der Hauptschritt von der bisherigen „M2M“- in die heutige „IoT“-Weltsicht.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch viele kleine, technische Herausforderungen: Wie kommen Geräte online? Wie regelt man die Zugriffskontrolle? Wie stellt man Datenhoheit und -Integrität sicher? In vielen Applikationen muss man außerdem deutliche Einschränkungen bezüglich Rechenleistung, Energieversorgung oder Datenbandbreite berücksichtigen.

Welche Lösung bietet ihr für das IoT an?

Wir möchten die Bereitstellung einer solchen Softwareschnittstelle entscheidend erleichtern, in dem wir einen Standardbaukasten anbieten, mit dem viele der oben genannten Probleme bereits gelöst sind. Das heißt: Geräte-Adressierung, Nachrichtenverteilung, Zugriffskontrolle, Datensicherheit und sogar ein interessanter Ansatz, um einfach „Maschinen-Dolmetscher“ einzubinden. Auf Protokoll-Ebene setzen wir auf Quasi-Standards wie MQTT, OPC-UA für die Industrie oder HTTP für die Web-Welt.

Unser Fokus liegt dabei auf maximale Interoperabilität und Modularität: Komponenten sollten möglichst wiederverwendbar sein und unsere Kunden sollen ihre eigenen Ansprüche an Datenhoheit erfüllt bekommen. Das heißt sie können unsere Software wahlweise bequem in der Cloud oder unter ihrer vollen Kontrolle lokal installiert einsetzen.

Für welche Unternehmen ist das IoT entscheidend für ihr Geschäft?

Das IoT wird mittelfristig alle Bereich unseres Lebens berühren. Das fängt zu Hause bei der Garagen- oder Heizungssteuerung per Smartphone an, geht beim Einkaufen mit “smarten“ Kassen oder Produktfindern weiter und schließlich wird die Produktionsautomatisierung völlig neu definiert, weil Vernetzungsprojekte plötzlich flexibler und günstiger umsetzbar sind. Wir glauben, dass ähnlich wie bei Smartphone-Apps rund um das Thema „Internet of Things“ bald völlig neue Geschäftsmodelle entstehen werden.

Der besondere Charme besteht darin, dass solche Projekte oft losgelöst von bisheriger Infrastruktur – also nicht-invasiv – abgewickelt werden können. Das Risiko und damit die Hürden, neue Ideen zu testen, sinken damit natürlich gewaltig.

Wie sollte ein Hersteller vorgehen, der seine Produkte IoT-fähig machen möchte und welche Fähigkeiten braucht er dafür?

Viele Hersteller planen, zusätzlich zu ihrem klassischen Einzelverkauf basierten Geschäft, für die Zukunft immer mehr Services anzubieten. Gerade Themen wie „Predictive Maintenance“, wo Geräte durch Sensorik und Fernüberwachung stets betriebsbereit gehalten werden können und Verfügbarkeitszeiten statt Maschinen verkauft werden, erfordern es, Online-Schnittstellen in Maschinen zu verbauen, die bisher vielleicht maximal per lokalem Feldbus vernetzt waren. Dann müssen natürlich an der Maschine entsprechende Module untergebracht, Daten über das Internet verschickt und von einer Auswertungssoftware verarbeitet werden. Wir möchten, dass Hersteller sich nur auf ihre spezifischen Anforderungen konzentrieren; dafür nehmen wir ihnen den kritischen, standardisierbaren Teil der Daten-Erhebung und -Versendung ab.

Vielen Dank an Pierre und Peter für das Gespräch und ihren Beitrag zu diesem Blogpost. Peter hat zu diesem Thema auch einen sehr interessanten Blogpost geschrieben: Eine E-Mail an meine Glühbirne.

Skybus nutzt aktuell den Inkubator Gründerwerft, um aus ihrer Idee ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu machen. oose ist Ambassador der Gründerwerft und unterstützt Startups in ihrer Entwicklung.

 

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