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Anforderungsänderungen: mit dem Wandel umgehen

Requirements Engineering

Anforderungsänderungen: mit dem Wandel umgehen

14. Dezember 2010

Zu diesem Artikel haben mich verschiedene Gespräche mit Teilnehmern und interessenten inspiriert. In diesen Gesprächen habe ich festgestellt, dass viele Leute unter Agilem Requirements Engineering (ARE) den Umgang mit Anforderungsänderungen im klassischen Sinne verstehen und nicht das, was wir darunter verstehen: Requirements Engineering im Agilen Projektkontext. Ich möchte nun über das Thema Umgang mit Anforderungsänderungen ganz allgemein schreiben.

Unbestritten ist die Herausforderung, mit sich ändernden Kundenwünschen umzugehen und Unklarheiten soweit zu schärfen, dass Anforderungen daraus abgeleitet werden.

Für mich gibt es dahingehend 2 Werkzeuge (wen wundert es: nicht elektronischer Art), die Anforderungsingenieure darin unterstützt, mit Anforderungsänderungen umzugehen. Ich sehe da zunächst einmal organisatorische Herausforderungen. Wie organisiere ich meinen Entwicklungsprozess so, dass das Team mit sich ändernden Anfordeurngen arbeiten kann und weiterhin ein Produkt entwickelt und sich nicht komplett dem Anforderungsänderungsmanagementprozess hingibt. In diesem Zusammenhang bewähren sich agile Vorgehensweisen und dann ist auf abstrakterer Ebene tatsächlich Agiles Requirements Engineering auch eine Antwort auf die Frage, wie mit Anforderungsänderungen umgegangen werden kann. Nämlich so, dass auch im agilen Kontext nicht auf einige bewährte Requirements Engineering Techniken verzichtet wird an den Stellen, wo sie zweckmäßig sind und eine Produktentwicklung unterstützen. Und Organisationsentwicklung ist natürlich weitaus umfassender als das, was ich eben andeutete. Auf dem nächsten IT-Camp wird es um das Thema Führung, Steuerung und Organisation in dynamischen und Selbstlernenden Organisationen gehen und ein spannender Impulsvortrag läßt ahnen, dass dort viel Raum sein wird für Ideen, Fragen, Neues.

Das andere Werkzeug, dass ich weiter oben erwähnte im Zusammenhang mit Anforderungsänderungen, ist für mich die Art und Weise, wie wir als Anforderungsingenieure mit unseren Kunden kommunizieren. Und in dem Zusammenhang möchte ich meine Thesen gern als Fragen formulieren. Ist einem Anforderungsingenieur eigentlich immer klar, was er selbst möchte und braucht, damit er sich klar zu seinem Ansprechpartner/Kunden positionieren kann? Können Anforderungsingenieure Kundenaussagen und Anforderungsänderungen wertschätzend aufnehmen und sie als Geschenk betrachten für mehr Klarheit auf dem Weg zu einem System, das zur Zufriedenheit des Kunden entwickelt wird? Sind Anforderungsingenieure in der Lage, mit Empathie auf konfliktreiche Situationen zu reagieren oder wählen sie eher den Demuts- oder den Eskalationsweg? Ich habe beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass ich erst dann in der Lage bin, jemand anderem offen und wertschätzend zu zuhören und mit Empathie zu antworten, wenn ich mir selbst darüber klar bin, was ich brauche und gut für mich sorge. Ansonsten verkommt das Zuhören und das auf-den-Kunden-eingehen zu einer Art unehrlichen „Höllenempathie“, unter der sowohl ich als Auftragnehmer als auch mein Kunde irgendwann leiden und wofür wir irgendwann bezahlen werden.

In dem neuen Kurs Kommunikation im Requirements Engineering (KoRE) werden wir auch solche Themen bearbeiten und sie werden einfache Kommunikationswerkzeuge kennen lernen, die sie zum einen darin unterstützen werden, sich selbst klar zu werden was sie brauchen. Und zum anderen erlernen und erfahren Sie, wie sie selbst mit Wertschätzung und Empathie zuhören können, um an den tatsächlichen Kern der Kundenaussage zu kommen und so ihrem Kunden wiederhum Klärungshilfe geben. Und wer Lust hat, erstmal nur zu probieren: bei open-oose im Januar und März gibt es einen Schnuppertag zu dem Thema.


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