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Bericht vom TdSE

Bericht vom TdSE

11. November 2013

Vom 6. – 8.11.2013 fand in Stuttgart der Tag des Systems Engineerings (TdSE) statt. Es ist DIE Konferenz des Systems Engineerings in Deutschland. Der Name lässt es erahnen: die Konferenz war mal kleiner. Heute ist es nicht ein Tag, sondern drei spannende Tage mit knapp 200 Teilnehmern aus Industrie und Wissenschaft. Ich möchte hier Auszüge daraus berichten, wie ich die drei Tage erlebt habe.

Der erste Tag ist der Tag der Tutorials und Treffen von Arbeitsgruppen. Erstmals wurde auf dem TdSE ein Tool-Vendor-Projekt durchgeführt. Mehrere Toolhersteller haben dieselbe Aufgabenstellung erhalten (Entwicklung eines Kaffeeautomatens auf dem Flughafen), diese mit ihren Tools umgesetzt und die Ergebnisse auf dem TdSE präsentiert. Ich habe mir am Mittwoch die Ergebnisse von NoMagic und von Siemens angesehen – also ein MBSE-Ansatz mit SysML-Modell und ein PLM-Ansatz. Ich beschäftige mich schon länger mit der Schnittstelle der beiden Disziplinen MBSE und PLM. Die zeitnahe Gegenüberstellung der beiden Lösungen hat deutlich gezeigt, dass sie gut zusammen passen. Die Stärken des Einen, sind die Schwächen des Anderen.

Da alle Beteiligten vor Ort waren, habe ich noch einen Autorenvertrag für mein neuestes Buchprojekt unterschrieben. Soviel sei schon gesagt – es geht um modellbasiertes Systems Engineering.

Am zweiten Tag konnte ich auf meiner morgendlichen Joggingrunde das Bauprojekt Stuttgart21 umlaufen und dann frisch gestärkt den Konferenztag beginnen. Die Keynote von Dr. Rudolph über die Vision eines zentralen Modells bestehend aus Vokabeln und Regeln, dass alle Informationen erhält und aus dem CAD und andere Modelle generiert werden, wurde kontrovers diskutiert. Ich halte es für einen interessanten Ansatz, um das Problem zu lösen, dass Informationen über Disziplinen und Tool verteilt sind mit gleichzeitiger Steigerung der interdisziplinären Abhängigkeiten.

Danach habe ich gemeinsam mit Ulrich Sendler einen Vortrag zum Thema Industrie 4.0 & Co. gehalten: Was Sie schon immer über MBSE, PLM und Industrie 4.0 wissen sollten. Im Nachgang hatte ich noch viele spannende Diskussionen dazu. Die 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution – also eine größere Veränderung, die sehr viele betrifft. Es ist interessant zu hören, wie unterschiedlich die Chancen, Risiken und die Bedeutung gesehen wird.

Beim abendlichen Dinner wurden Metamodelle auf Servietten skizziert und Diskussionen über die MBSE-Ausbildung an Hochschulen, Variantenmodellierung und weitere Themen diskutiert.

Der letzte Konferenztag war geprägt durch Vorträge über funktionale Architekturen. Zuerst hat Stephan Roth, Systems-Engineering-Experte bei oose, und Marek Dittmar über den Einsatz von Basisarchitekturen und FAS im Kontext einer Satellitenentwicklung berichtet. Direkt anschließend habe ich mit Jesko Lamm über Funktionale Architekturen in der Systementwicklung berichtet und abschließend Torsten Gilz über einen Ansatz zur integrierten Verwendung von SysML Modellen in PLM zur Beschreibung der funktionalen Produktarchitektur.

Mittags habe ich mich mit allen Projektpartnern unseres Forschungsprojekts zum methodischen und toolbasierten Übergang von funktionalen Systemmodellen zu CAD-Modellen getroffen. Ich werde sicherlich immer wieder über Ergebnisse aus diesem Projekt berichten.

Zum Abschluss hat noch die alljährliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Systems Engineering e.V. (GfSE) stattgefunden. Die Mitgliederzahl des Vereins steigt stetig und ebenso die Angebote wie der TdSE. Eine weitere Konferenz ist die Nordic Systems Engineering Tour.

Die Artikel zu den Beiträgen sind wieder im Tagungsband Tag des Systems Engineering im Hanser-Verlag erschienen.

Der TdSE 2014 findet in Bremen statt und steht schon fest in meinem Kalender.


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