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Der Akteur ist tot – Lang lebe der Akteur

Der Akteur ist tot – Lang lebe der Akteur

25. Oktober 2013

Der Tod des AkteursIn meinem englischsprachigen MBSE-Blog habe ich vor einiger Zeit über den Tod des Akteurs berichtet. Aufgrund des hohen Zuspruchs des Beitrags publiziere ich hier eine deutsche Version.

Der Begriff System ist relativ und hängt von der Sichtweise ab. Was für einen ein System ist, ist für jemand anderen ein Subsystem oder ein externes System, mit dem er sich verbindet. Die Eigenschaft System ist nur eine Rolle, die ein Ding neben vielen anderen Rollen einnehmen kann. In der SysML (und auch in der UML) wird der relative Begriff aber in dem Modellelement Akteur fixiert. Per Definition ist ein SysML-Akteur eine externe Rolle, die mit einem System interagiert, und kann nicht gleichzeitig die Rolle eines Systems für eine andere Sichtweise einnehmen. Sie müssen hierfür explizit das Modellelement wechseln. Redundanz, Inkonsistenzen, schlechte oder fehlerhafte Traceability sind die Folgen.

Ich schlage vor, das Modellelement Akteur aus der SysML nicht zu verwenden! Gleichzeitig bleibt natürlich das Konzept des Akteurs erhalten. Die Betrachtung von Akteuren im Systemkontext und im Zusammenhang mit Anwendungsfällen und Anforderungen ist essenziell wichtig.

Typischerweise werden zur Modellierung von Akteuren Stereotypen verwendet, um Akteure in Kategorien einzuteilen wie z.B. Fremdsystem, Umgebungseinfluss, usw. Zur Modellierung von Akteuren ohne Akteur verwenden Sie weiterhin genau diese Stereotypen. Nur beziehen sich die Stereotypen nicht auf das Modellelement Akteur, sondern auf die Metaklasse Classifier. Konkret verwenden Sie also einen SysML-Systembaustein beispielsweise mit dem Stereotyp externalSystem.

Tod des Akteurs - SYSMOD Stereotypen

SYSMOD-Akteurs-Stereotypen (zum Vergrößern klicken)

 

Stereotypen können auch eigene Symbole definieren. Das Stereotyp externalSystem bringt beispielsweise das Quadersymbol mit. Im Ergebnis sehen die Akteure im Diagramm genauso aus als ob sie mit dem Modellelement Akteur modelliert worden wären. Für den Betrachter der Diagramme ändert sich nichts.

Systemkontext mit SYSMOD-Akteuren

Systemkontext mit SYSMOD-Akteuren (zum Vergrößern klicken)

Jetzt haben Sie die Möglichkeit dem Akteur in einem anderen Kontext die Rolle des Systems, Subsystems oder etwas anderes zu geben. Sie können seine interne Struktur beschreiben und Ports zur detaillierten Schnittstellendefinition verwenden. Viele Vorteile und gleichzeitig bei Bedarf eine unveränderte Darstellung. Das Modellelement Akteur der SysML (und UML) benötigen Sie nicht, aber natürlich das Konzept!. Der Akteur ist tot – Lang lebe der Akteur!

(Originalbeitrag: The Death of the Actor)


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