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Testen & Qualitätssicherung

Effektive Qualitätssicherung ist wie eine süße Frucht

14. März 2017

Sie kennen das Hauptproblem in der Softwareentwicklung? Richtig! Es muss schneller gehen.

Eine Frucht, die zu schnell geerntet wird, führt zu einer geschmacklichen Enttäuschung. Was schon in der Natur zu einem Qualitätsverlust führt, kann in der Softwareentwicklung ähnlich enden.

Denn selten ist Zeit für ausgiebige Tests. Die Implementierung neuer Features ist häufig wichtiger, als der Aufbau eines großen Regressionstests. Wenn die Zeit knapp wird, dann werden gerne die Tests gekürzt. Eine eigenständige Qualitätssicherung gibt es oft nur in rudimentärer Form. Wenn getestet wird, dann zumeist nur „Ad-Hoc“, um zumindest das Funktionieren der neuen Features sicherzustellen.

Können Sie sich wiedererkennen? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. So oder so ähnlich sieht es in vielen Entwicklungsabteilungen aus. Laut Studien sind ca. 80% der Softwareentwicklungs-Firmen oder Abteilungen in einer vergleichbaren Situation.

Stellen Sie sich selbst die Frage, welchen Zweck sollen Ihre Softwaretests haben?

  1. Sicherstellen, dass die Produkte richtig funktionieren?

Oder

2.  Messen und sichern der Produkt-Qualität?

Hand aufs Herz: meistens ist es Variante 1, oder? Für die Messung der Qualität müssen Metriken erhoben, Abdeckungen ermittelt, Werkzeuge angeschafft und Personal ausgebildet werden und vieles mehr.

Dabei ist eine qualitativ hochgradig wirksame QS keine Raketenwissenschaft. Und ja natürlich, Qualität verursacht anfänglich Kosten. Aber mittelfristig sind die Einsparungen weit höher, als die initiale Investition – vom Imagegewinn ganz abgesehen. Je höher der Reifegrad der QS, umso höher die Qualität der QS-Aktivitäten.

Es gibt viele Methoden und Ansätze für eine Reifegradbestimmung der QS. TMap, TMMi, TAP, TPI und MMAST sind die bekanntesten. Ich möchte nicht vergleichen, welche Vor- und Nachteile die jeweilige Methode bietet. Allerdings finde ich den Ansatz des TMMI mit den Reifegradstufen in der Praxis am effektivsten und auch für viele am verständlichsten. Ich empfehle jedoch immer eine Anpassung an die eigenen Bedürfnisse und Gegebenheiten.

Hört sich simpel an, aber warum scheitern so viele Firmen an einer Test-Einführung? Warum ist das Ergebnis häufig nicht zufriedenstellend?

Weil viele die Reihenfolge des evolutionären Reifegrads ihrer Testeinführung und Durchführung nicht einhalten.

Wenn Sie beispielsweise gleich zu Beginn Testautomatisierer einstellen, obwohl es nicht mal einen etablierten Testprozess gibt, ist Ihr Vorhaben schon gescheitert, bevor die erste Stellenausschreibung online steht. Auch der Einsatz von den richtigen Testwerkzeugen, wie ich sie bei unserer Workshop-Veranstaltung open oose vortragen werde, muss den Bedürfnissen des Entwicklungs- und Testprozess und den Fähigkeiten der Mitarbeiter angepasst sein.

Lassen Sie Ihre Qualitätssicherung reifen und versuchen Sie nicht, vor dem Öffnen der Knospen die noch bittere Frucht zu ernten. Denn dann erst schmeckt sie süß und ist saftig.

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