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Ein anderes Modell: Spiral Dynamics

15. September 2010

Vor 5 Wochen oder so besuchte ich eine Weiterbildung, in welcher ich auch eine Session zum Thema Spiral Dynamics (SDi) genießen durfte. SDi wurde dort insbesondere aus dem Blickwinkel der gewaltfreien Kommunikation (GFK) betrachtet.

Für mich war diese Session sehr bereichernd und inspirierend. Es fasziniert mich, den Grundgedanken der GFK zu verbinden mit einem Modell, welches versucht, Entwicklungen von Menschen, Gruppen, Gesellschaften zu beschreiben.

Dazu vielleicht eine Erläuterung: der Grundgedanke der GFK ist es, dass, was immer wir Menschen tun, wir deshalb tun, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen, um unser Leben grundsätzlich zu bereichern. Dies Menschenbild geht davon aus, dass wir ca. 7 Milliarden Menschen auf unserem Planeten alle die gleichen und gleichwichtigen (abzählbar viele) Bedürfnisse haben, wir jedoch unendlich viele Strategien entwickeln, um uns unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Und es ist ein positives Menschenbild: Es geht davon aus, dass jeder Mensch stets so handelt, wie er es in dem Moment am besten weiss; jeder tut jederzeit das ihm am besten mögliche.

Spiral Dynamics (SDi) wiederum ist ein Modell, was als Unterstützung dienen soll um zu verstehen, woher wir Menschen kommen und wo eine Gruppe gerade steht in ihrer Entwicklung. Es ist eine Hilfe, um sich mit Leuten zu verbinden und mit Gruppen – egal wo sie sich gerade in ihrem Entwicklungsstand befinden. Dabei ist wichtig zu beachten: es ist ein Modell. Es läßt sich nur in einer gewissen Generalisierung darüber sprechen und es gibt immer Ausnahmen. Jeder, der es betrachtet, hat andere Erfahrungen, Perspektiven und Vorstellungen und so sind kontroverse Betrachtungen völlig natürlich und für mich sogar erwünscht und bereichernd. Jeder einzelne betrachtet die Welt durch seine Augen; alles, was wir interpretieren und wahrnehmen tun wir durch den Filter unserer eigenen Erfahrungen.

Es ist gut, sich in dem Modell nicht ausschließlich auf einer Ebene einzuordnen, sondern vielmehr zu schauen, welcher Teil des Modells wann in uns präsent ist und zu welcher Zeit welcher Teil des Modells in uns existiert.

Wie passt nun beides GFK und SDi zusammen? Für mich ist es spannend zu sehen, dass die Entwicklung einer Gesellschaft, einer Gruppe, eines Menschen in Abhängigkeit der Bedürfnisse geschehen kann. Wir erfüllen uns mit dem, was wir in der Gruppe tun, gewisse Bedürfnisse. Und gleichzeitig kann es sein, dass andere Bedürfnisse mit dem, was in der Gruppe präsent ist, nicht erfüllt werden. Das bedeutet, dass eine Veränderung in der Gruppe passieren wird, um sich genau diese Bedürfnisse zu erfüllen. Vielleicht ein Beispiel zur Erläuterung: ein Kind in einer Familie erfüllt sich mit der Gruppe Familie letztendlich die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Irgendwann stellt es dann fest, dass das zwar wunderschön ist, jedoch die Bedürfnisse nach z.B. Autonomie und  Selbständigkeit nicht erfüllt werden und es ist irgendwie „Stillstand“ für das Kind. Das ist dann der Moment, wo -bewußt oder unbewußt- Entwicklung passiert und eine neue Entwicklungsstufe angestrebt wird, in der genau diese bisher unerfüllten Bedürfnisse auch erfüllt sind. Zu betonen ist, dass diese Art der Entwicklung eine völlig natürliche Entwicklung ist, die dem Leben entspringt. Es geht hier nicht um Egoismus oder persönliche Interessen. Es geht grundsätzlich darum, die Lebensqualität zu verbessern.

Solche Entwicklungen von Menschen und Gruppen lassen sich natürlich auch auf Unternehmen und Arbeitsgruppen übertragen.  Konkret heisst das für mich genau zu identifizieren: welche Bedürfnisse erfüllt sich eigentlich ein Mitarbeiter oder eine Arbeitsgruppe gerade? Und welche Bedürfnisse werden genau gerade nicht erfüllt? Vielleicht sind es die nach Innovation, nach Kreativität? Dann wird es spannend, denn es gilt Strategien zu entwickeln, um einen Schritt weiter zu gehen und Veränderung in das Unternehmen zu bringen. Das bedeutet für mich: neue Strategien entwickeln, wie die bisher vorhandenen Qualitäten weiterhin erfüllt bleiben und die neu hinzugekommenen Bedürfnisse ebenfalls erfüllt werden.

Wer mehr zu SDi erfahren möchte, der schaue doch hier nach: http://www.spiraldynamics.org/

Noch schöner wäre es natürlich für mich, wenn wir uns auf dem it-camp (http://www.it-camp.de/) persönlich austauschen könnten.

Und zum Schluss noch ein Zitat von Clare W. Graves, das ich nur auf Englisch vorliegen habe:

„Values come from the magnificence of existence rather than selfish or group interests. They are inherent within the nature of life itself – a fundamental, natural law. (Clare W. Graves)


Eine Antwort zu “Ein anderes Modell: Spiral Dynamics”

  1. lutz martens sagt:

    Spannend finde ich die Einordnung des Spiral Dynamics Modells in die Sichtweise von Ken Wilber. Dies kann man gut in seinem Buch „Integrale Spiritualität“ nachlesen.

    Dieser integrale Gedanke stellt dies Wertemodell von Graves neben andere Modelle und verbindet (transformiert) sie.

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