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Ein Fundament des agilen Systems Engineerings

Systems Engineering

Ein Fundament des agilen Systems Engineerings

12. September 2018

Agiles Systems Engineering wird immer populärer und gleichzeitig führt es zu vielen kontroversen und emotionalen Diskussionen. Es gibt viele Mythen darüber, was Agilität im Systems Engineering ist und warum es nicht funktionieren kann. Wobei Systems Engineering hier stellvertretend für „Nicht-Software-Disziplinen“ steht. Das ist genaugenommen nicht korrekt, aber ich lasse es hier mal so stehen, da es für das Thema dieses Blogposts nicht wirklich relevant ist.

Ein grundlegendes Problem vieler Diskussionen ist, dass es keine Referenz gibt, was agiles Systems Engineering ist. Bereits im Software Engineering, wo agile Vorgehensweisen mittlerweile weit verbreitet und bewährt sind, kommt diese Frage immer wieder auf. Einige setzen es dort mit Scrum gleich, einige mit planlosem Vorgehen😊, aber meist wird das agile Manifest genannt. Es ist aus meiner Sicht als Referenzpunkt und Fundament des agilen Software Engineerings gesetzt.

Vermutlich ist es Ihnen als Leser bekannt, aber es passt gerade so schön in den Lesefluss, so dass ich zumindest die Werte aus dem Manifesto for Agile Software Development hier zitiere:

„Individuals and interactions over processes and tools
Working software over comprehensive documentation
Customer collaboration over contract negotiation
Responding to change over following a plan“

Dazu gehören noch 12 Prinzipien, die auf der Webseite des agilen Manifests unter agilemanifesto.org nachgelesen werden können.

Grundsätzlich kann man das Manifest auch im Systems Engineering anwenden. Allerdings adressiert es explizit „Software“, wie beispielsweise im Wert „Working software over comprehensive documentation“. Das lässt sich aber leicht lösen, indem man einfach das Wort „Software“ durch „Solutions“ ersetzt. Das betrifft auch drei Prinzipien des Manifests. Damit ist das Manifest unabhängig von Software und allgemeingültig.

Ein Manifest, das man aber noch etwas anpassen muss, ist vielleicht nicht das beste Fundament und gleichzeitig fehlen Punkte, die direkt Herausforderungen des Systems Engineerings adressieren. Ich habe daher u.a. mit Arie van Bennekum – einem der Autoren des agilen Manifests – eine Initiative gegründet, um eine Referenz für das agile Systems Engineering zu definieren.

Was dabei herausgekommen ist, stelle ich auf der Agile Systems Konferenz am 24. Oktober in München vor: Ein agiles Manifest für Systems Engineering? 

Als wichtiger Baustein im Werkzeugkasten eines Systems Engineers, ist agiles Systems Engineering auch ein Modul im berufsbegleitenden Masterstudiengang Systems Engineering Leadership. Der Master setzt auf praxisorientierte Themen wie Agilität, Soft-Skills und Design Thinking. Ich freue mich schon darauf, gemeinsam mit den Studierenden im Januar am Thema agiles Systems Engineering zu arbeiten.


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