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Fail and make it work

Technologien & Programmierung

Fail and make it work

12. Januar 2011

Im November hatte ich gemeinsam mit meinen Kollegen Axel bei oose einen Abendvortrag gehalten, über den meine Kollegin Kathrin hier auch schon berichtet hat.  Einige Informationen möchte ich gerne nochmal nachreichen.

Der Arduino

Eine wundervolle Dokumentation über diese Mikrokontrollerplattform, die am Interaction Design Institute, Ivrea, entwickelt worden ist. Mikrokontroller sind an und für sich nichts neues, und der Interessierte wird sich an eine gewisse Arroganz bei der Informationsbeschaffung in Internetforen für Elektroniker gewöhnen müssen. Das bemerkenswerte am Arduino ist es, dass er einer ganzen Reihe von Menschen (Interaktionsdesignern, Softwareentwicklern, Künstlern, Kindern) Zugang zu solchen Technologien überhaupt erst ermöglicht hat, in dem Einstiegshürden so gering wie möglich gehalten werden.  Diese Menschen kommunizieren auch über die Probleme vollständig anders, als – nennen wir sie einfach die „Ausgebildeten“: Im Vordergrund steht das Experimentieren. Das etwas nicht funktioniert ist keine Schande, es nicht zu probieren ist es. Wenn etwas nicht funktioniert, dann probiert man es nochmal oder holt sich Hilfe. Fail and make it work – ein zutiefst befriedigendes Arbeitsparadigma!

Fab Lab

Das Thema ist beim Abendvortrag leider viel zu kurz gekommen.  Der Begriff Fab Lab wurde vielleicht zuerst von Neil Gershenfield geprägt. Neil ist Professor am MIT und wollte dort unter dem Titel „How to make almost anything“ eine Vorlesung halten, die den Doktoranden am MIT erklären sollte, wie man die hochkomplizierten Maschinen bedient, die sich das MIT leistet. Zur grossen Überraschung von Neil erschienen in der Anfangsvorlesung mehrere Hundert Studenten und Studentinnen, die allesamt der Wunsch in die Vorlesung trieb, endlich mal ihr Produkt zu erstellen, befreit von den Zwang, dies kaufen zu müssen. Das Buch „Fab – The coming revolution on your desktop“ erzählt mehr über die Hintergründe von Fab Labs. Fab Labs gemeinsam ist, dass sie probieren eine Infrastruktur zu erschaffen, die es Menschen  über computergesteuerte Werkzeuge, wie Laser Cutter, 3D Drucker und CNC Maschinen, ermöglicht ihre individuellen Projekte zu verwirklichen.

Viele dieser Werkzeuge waren für Endanwender allerdings unerschwinglich. Durch Übertragen des Open Source Gedanken auf Hardware (siehe auch Arduino) wurde es allerdings möglich, extrem schnell leistungsfähige Maschinen zu bauen, die auch erschwinglich sind.

RepRap

Ein Beispiel für solch ein Projekt ist der RepRap, Vater der Open Hardware 3D Drucker.

Die aussergewöhnliche Vision des RepRap, besteht darin, dass er nicht nur dreidimensionale Objekte drucken kann, sondern eben auch bereits so designt ist, dass er viele für seinen eigenen Zusammenbau benötigten Teile selbst drucken kann. Eine replizierende Maschine! Im übrigen war es John Neumann, der sich gleich nach der theoretischen Entwicklung eines Universalrechners (aka Computer) an die Grundlagen des „Universal Constructors“ machte.

Nun soweit muss man nicht gehen – hier ein kleines Design für meinen Makerbot um eine Fussbodenlampe an die Decke zu schrauben (das Problem müssen Sie nicht weiter verstehen, das wundervolle am Erstellen eigener Dinge ist es gerade dass es weder für das Problem noch das Produkt einen Markt geben muss):

Hamburg

Neugierig geworden? In Hamburg gibt es eine Gruppe namens „Palo Altona„, die sich jeden zweiten Donnerstag im Schanzenviertel trifft (Mailingliste: http://groups.google.com/group/paloaltona, twitter: http://twitter.com/#!/PaloAltona).  Zur Zeit gründen wir auch einen Verein, der schrittweise in Kooperation mit dem Betahaus Hamburg ein Fab Lab in Hamburg installieren möchte. Sollten Sie altes Werkzeug haben, denken Sie bitte noch an uns! Und schmeissen Sie um Gottes Willen keinen vermeintlichen Elektronikschrott weg.

Weiterhin gibt es auch die Initiative FabLab Hamburg, die sich um ein ähnliches Anliegen kümmert. In Anlehnung an viele der Ursprünge des FabLab Gedanken, finden Sie auf dieser Seite auch einige Informationen zur Stadtteilentwicklung in St. Pauli und dem Bernhardt-Nocht Quartier finden. FabLabs als Keimzelle eines städtischen Gemeinschaftsgefühls.

Zuguterletzt:

Bücher, Literatur und Bezugsquellen (sofern noch nicht erwähnt)

  • Fritzing.org : nettes Arduinoeinsteigerpaket, jeder Kauf unterstützt die Entwicklung einer elektronischen Entwurfsplattform
  • Makezine : Make technology on your time, die Bibel der Tinkerer und Bastler
  • Make Elektronik : Tolles Einsteigerbuch für Elektronik. Im Vordergrund steht der experimentelle Gedanke (1. Experiment – eine 9V Batterie an die Zunge halten!)
  • Watterrot : eine Bezugsquelle neben vielen, für allerhand elektronisches Gedöns und Open Hardware in Deutschland
  • Makerbot : 3D Drucker Kit

Über Kommentare und Fragen freue ich mich ganz besonders! Und ganz, ganz besonders, wenn Sie sich vorstellen können, unseren Verein zu unterstützen.


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