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Freiheit für den Scrum Guide

Freiheit für den Scrum Guide

10. Oktober 2014

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Die friedliche Revolution führte zum Fall der Mauer, zur Einigung Deutschlands und schließlich auch zum Ende des kalten Krieges. Ein ähnlicher Konflikt, wenn auch im wesentlich kleineren Rahmen, tobt seit Jahren in der agilen Gemeinde, rund um Scrum, deren Gründern und die Autorität des Scrum Guides als Body of Knowledge. Allerdings könnte diese Auseinandersetzung nun ebenfalls ein Ende finden. Denn im September hat der Scrum Guide unter scrumguides.org sein eigenes, von allen Kontrahenten anerkanntes und unabhängiges Territorium erhalten. Neben dem bekannten PDF, in dutzenden Sprachen, gibt es nun auch eine Online-Version und das alles ohne Brandzeichen, als maßgebende Definition von Scrum.

Bisher wurde der Scrum Guide unter Scrum.org gehostet. Die Organisation wurde von Ken Schwaber 2009 gegründet, als sich dieser von der Scrum Alliance abspaltete, um dem Framework die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu ermöglichen. Auch Jeff Sutherland hatte sich mit der Scrum Inc. an einem Punkt abgezweigt. Dass die beiden Erfinder neue Wege beschreiten und die vermeintliche Ausbeutung von Scrum als Markenprodukt, sorgte häufig genug für Gesprächsstoff. Hier und da klang es mitunter nach einem Kräftemessen zwischen der zertifizierungs-wütigen Scrum Alliance und Gruppierungen wie Scrum.org und Inc., die eigentlich für das Wohl Aller einstehen. Die Beweggründe hinter Kens Austritt, welche er später aus seiner Sicht zusammen gefasst und veröffentlicht hat, lesen sich ähnlich. Verloren hat in diesem Konflikt am Ende allerdings höchstens der Anwender. Denn ohne die gemeinsame Grundlage und Ausrichtung fehlte vielen Diskussionen die (theoretische) Basis, was einer Einigung in praktischen Auslegungsfragen oft im Wege stand.

Eine eigenständige Version des Scrum Guide, ohne Marken-Aufdruck, welche von allen, egal ob Scrum Alliance, Scrum.org oder Scrum Inc., anerkannt und voran getrieben wird. Diese gefallene Mauer könnte tatsächlich für neuen Aufschwung sorgen und sicherstellen, dass die Community zukünftig noch mehr Energie nach vorn richten kann und Scrum sich selbst iterativ und inkrementell weiterentwickelt.


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