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Gedanken zum Scrum-Day in München (Teil 2)

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Ich berichte hier in zwei Teilen von meinen Erfahrungen auf dem Scrum-Day in München, auf dem ich einige Erkenntnisse aus unserer Studie zu Erfolgsfaktoren im IT-Projektmanagement vorgestellt habe.

Zum Vortrag: "Die Einführung von Scrum bei der Allianz Deutschland AG"
Aus dem Vortrag: Scrum (und viele Techniken aus dem Extreme Programming) haben bei der Allianz einen Durchdringungsgrad von 20%, d.h. 20% der Projekte werden mit Scrum & XP abgewickelt. Typischerweise sind dies allerdings die eher kleinen Projekte.
Am bemerkenswertesten an diesem Vortrag fand ich die zwei Gegenbewegungen, die sich innerhalb der Allianz vollziehen: Gegenüber den Kunden geht man von einer "beziehungsorientierten" Betreuung, in der Kunden und Vertreter ihre Betreuer persönlich kennen hin zu einem industriellen Versicherungsbetrieb, in der "Vorfälle" nach Kapazität und Art möglichst vollautomatisiert durch die verschiedenen Schritte des Geschäftsprozesses geleitet werden.   

Und als eine Antwort auf diesen Zwang zur Industrialisierung ("Versicherungen werden zur Commodity") wird agiles Vorgehen eingeführt, dass die Flexibilität und Kosteneffizienz ermöglichen soll, die die Allianz braucht, um gut im Geschäft zu bleiben.  

Und hier findet man dann die Gegenbewegung: Agiles Projektmanagement ist eben ein stark "beziehungsorientiertes" Projektmanagement und erwächst aus der Erkenntnis, dass Softwareentwicklung gerade nicht mit industrieller Massenproduktion vergleichbar ist.

Dies ist der Allianz sehr wohl bewusst, trotzdem frage ich mich, wie Mitarbeiter der Allianz diese Gegenbewegungen vereinen oder ob dies für Sie überhaupt ein Problem darstellt?

Die Pausengespräche
In den Pausen konnte ich mich mit vielen Scrum-Mastern unterhalten, die von ihren Projekten berichtet haben. Bei allen wurde deutlich, dass sie nicht nur eine Scrum-Master-Schulung besucht haben, sondern schon viele Softskill-Fähigkeiten mitbringen: Know-How im Bereich der lösungsorientierten Kurzzeittherapie nach de Shazer und Berg, Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg, Systemische Aufstellungsarbeit und Lingua Eterna.

Dies zeigt mir nochmal, wie sinnvoll und auch notwendig unser oose-Ansatz ist, eine Scrum-Master Schulung mit den entsprechenden Soft-Skills zu verbinden. Um so mehr freut es mich, dass unsere Teilnehmer dem zustimmen.