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Kommunikationsexperiment auf den XP-Days

Kommunikationsexperiment auf den XP-Days

26. November 2010

Am 26. November habe ich auf den XP-Days in Hamburg in einem 10-minütigen WildCard-Slot ein Experiment frei nach Fritz Simon zum Thema Kommunikation in selbstorganisierten Systemen ausprobiert: Dazu stellen sich Freiwillige in einem Kreis auf. Statt eines Namens überlegt sich jeder Mitspieler eine Nummer zwischen 100 und 999. Jeder nennt anschließend diese laut im Kreis und jeder versucht sich so viele Nummern (als Empfängeradressen) der anderen Mitspieler zu merken. Dann geht das Spiel los, dazu fängt ein Mitspieler an, eine genannte Nummer laut zu rufen und den Empfänger mit einem Ball anzuspielen. Der Empfänger spielt wieder jemanden unter Nennung seiner Nummer an und so fort. Stimmen Nummer und Empfänger nicht überein, geht der Ball zurück an den Absender – wie bei der Post. Simultan werden die angespielten Nummern auf einem Flipchart visualisiert. Nach 5 Minuten endet das Spiel und wir widmen uns dem visualisierten Ergebnis.

Anmerkung zum Foto: Eigentlich wollten wir ab der Hälfte der Spielzeit die Verbindungslinien in blauer Farbe weiter zeichnen, um zu visualisieren, welche Verbindungen sich stabilisiert haben. Doch dann war die Zeit doch schon um […].

 

 

 

 

Dieses Experiment (gefunden in „Gemeinsam sind wie blöd!?“ von Fritz B. Simon, Carl-Auer Verlag) bietet einen Blick auf die Mechanik sozialer Musterentstehung und illustriert so die Logik der Selektion von Kommunikationsmustern.
Folgende Thesen vertritt Simon dabei:
  • Das soziale System „Unternehmen“ oder auch „Team“ besteht aus Kommunikationen und Interaktionen
  • Die Mechanismen, welche Kommunikationsmuster prägen, sind ungerecht: Sie haben weder mit Leistung oder anderen Werten zu tun, die dem Beobachter wichtig sein mögen. Dessen ungeachtet führen sie dazu, dass sich Strukturen bilden und diese sich stabilisieren.
  • Soziale Systeme verhalten sich prinzipiell extrem konservativ und reproduzieren ihre Strukturen „Das haben wir schon immer so gemacht!“ In Mundart: Matthäus-Prinzip „Denen, die haben, wird noch gegeben, denen die nicht haben, wird noch genommen oder „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“.
Daraus folgt:
  • Wer in einem sozialen System „mitspielt“ hat die (Mit-)Verantwortung an entstehenden Kommunikationsmustern. Jeder „Mitspieler“ entscheidet autonom über seine Kommunikationen und Interaktionen, es gibt keinen Kommunikationsplaner von außen!
  • Wer ein intelligentes, soziales System aufbauen will, muss sich Gedanken über die impliziten und expliziten Selektionskriterien der Kommunikationen machen, die dazu nötig sind.
Ein erster Schritt könnte sein, bestehende Kommunikationsmuster und -strukturen zu reflektieren und diese für alle „Mitspieler“ sichtbar zu machen.

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