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Notstand am deutschen Arbeitsmarkt und wie Sie sich schützen können

Neue Arbeitswelten

Notstand am deutschen Arbeitsmarkt und wie Sie sich schützen können

13. Dezember 2019

Sie bzw. Ihr Unternehmen, Team oder Bereich ist im IT-Sektor tätig? Dann sollten Sie sich den 2. Januar 2020 rot im Kalender notieren. Vor allem, wenn Sie aktuell auf der Suche nach neuen MitarbeiterInnen sind, so wie ein Großteil Ihrer Wettbewerber. Aber auch, wenn Sie vermeiden wollen, Teile Ihrer derzeitigen Belegschaft zu verlieren. Was es mit dem 2. Januar auf sich hat? Dazu komme ich später. Vorerst sollten Sie wissen, dass die Arbeitsmarktlage im IT-Bereich alarmierend ist. Laut der aktuellen Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom fehlt es in Deutschland an 124.000 IT-Experten, ein neuer Negativrekord. Der Bedarf ist damit um satte 51% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und hat sich in gerade einmal zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Und wie reagieren die meisten Firmen, die sich mit dieser Realität konfrontiert sehen?

Sie beklagen sich!

72% der befragten Unternehmen über zu hohe Gehaltsforderungen, 52% über zu geringe Qualifikation der verbleibenden BewerberInnen, 32% über mangelnde Soft Skills und immerhin noch 20% der Befragten fehlt das Verständnis, dass viele KandidatInnen in diesem extremen ArbeitnehmerInnenmarkt die Bereitschaft für Umzüge und Dienstreisen verloren haben. Nur wenige deutsche Firmen unternehmen tatsächlich etwas, um dieser Misere zu entkommen und versuchen, ihre Praktiken an die neue Situation anzupassen.

Immer die gleiche Leier!

Noch immer liegt der Fokus auf explizit beruflichen Portalen und Plattformen; Facebook, Instagram und Co. werden strikt gemieden oder überhaupt nicht als potentielle Kanäle zur Ansprache von Arbeitssuchenden wahrgenommen. Noch immer wird mit einzelnen Anzeigen gearbeitet, anstatt diese mit A/B-Tests kontinuierlich im Hinblick auf Qualität und Quantität der eingehenden Bewerbungen zu optimieren. Und noch immer haben sich die wenigsten Suchenden den 2. Januar 2020 im Kalender markiert, geschweige denn konkret auf dieses Datum vorbereitet.

Ein magisches Datum

Nachweislich verzeichnen alle führenden Job-Portale das mit Abstand höchste Nutzeraufkommen des gesamten Jahres immer zum selben Zeitpunkt: dem ersten Arbeitstag im neuen Jahr, um 11 Uhr. Nämlich dann, wenn die meisten ArbeitnehmerInnen in Deutschland an ihren Arbeitsplätzen zurückgekehrt sind. Nachdem sie mehrere Tage im Kreis ihrer Liebsten verbracht und Zeit hatten, über ihre momentane Job-Situation sowie noch immer offene Karrierewünsche nachzudenken. Wenn diese Menschen zum Ende des Vormittags realisieren, dass es Zeit für etwas Neues ist, gehen sie Online und schauen, was der Markt so zu bieten hat. Dieser Tag wird in 2020 der 2. Januar sein. Was werden Sie an diesem Tag gegen 11 Uhr tun? Werden Sie gezielt Jobangebote schalten, um das Versäumnis anderer ArbeitgeberInnen zu Ihrem Vorteil zu nutzen? Werden Sie das Gespräch mit Ihren MitarbeiterInnen und KollegInnen suchen, um dem Motivationstief entgegenzuwirken und wertvolles Feedback für Verbesserungen einzuholen? Oder werden Sie selbst auch Ihr Xing-Profil auf Vordermann bringen?

Kein Hokuspokus!

Aber ja, das Wissen über dieses magische Datum ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Eine viel nachhaltigere Maßnahme ist das Angebot von Aus- und Weiterbildungen für die Arbeitnehmenden. Es bedarf keinem Hokuspokus den Klagen entgegenzuwirken. Wer sich über zu hohe Gehaltsforderungen beklagt, kann feste Trainingsangebote als Benefit ausweisen, von dem beide Seiten profitieren. Wer bei Bewerbungen die nötigen Qualifikationen oder Soft Skills vermisst, kann diese intern gezielt selbst aufbauen lassen und hat damit Einfluss auf Trainingsinhalte und deren Bezug zum Arbeitsalltag. Nur bei Umzügen helfen Trainings und Seminare nicht wirklich. Jedoch fällt dem ein oder anderen das Thema Dienstreisen leichter, wenn diese auch die jährliche Weiterbildung umfassen. Und wer der Belegschaft externe Fortbildungen vorenthält, vermindert zwangsläufig die Innovationskraft des eigenen Unternehmens. Zu schwerwiegend ist der Verlust von frischen Impulsen, neuen Ideen und dem Austausch mit Gleichgesinnten in einer neutralen Umgebung.

Was werden Sie also am 2. Januar 2020 tun?

Sich über die aktuelle Marktlage beschweren – was in diesen Zeiten zweifellos seine Berechtigung hätte? Oder werden Sie die Schwäche Ihres Wettbewerbs zum eigenen Vorteil nutzen, mit neuen Techniken im Recruiting experimentieren und das Schulungsangebot für ihre MitarbeiterInnen und KollegInnen aufpolieren?

Und sollten Sie bei Letzterem Unterstützung benötigen, sind wir gerne für Sie da. Am 2. Januar sowie dem Rest des Jahres. Per E-Mail unter info@oose.der oder per Telefon unter der 040 4142500

Wer sich jetzt noch fragt „aber was mache ich denn, wenn die Leute nach der Weiterbildung das Unternehmen verlassen?“, sollte auch immer überlegen, was passiert, wenn die Leute keine Weiterbildung bekommen und im Unternehmen bleiben!


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