menu Navigation
Scrum Gathering in Prag – Schlaglichter

Scrum Gathering in Prag – Schlaglichter

25. November 2015
Unterschied zwischen Less und SAFe

Unterschied zwischen LeSS und SAFe

Bei der Ankunft im Flughafen „Vaclav Havel“ in Prag beschleicht mich ein komisches Gefühl.
Bin ich irgendwo falsch abgebogen? Warum sind hier kaum Leute und soviel Platz? – Alles leer.
Das gehört so. Alles in Ordnung; es ist einfach weniger los hier. So wie damals, als es noch in Kiel einen Flughafen gab.

Viel mehr los war dann im Hilton beim Global Scrum Gathering: Mehrere hundert Teilnehmende aus mindestens drei Kontinenten.
Nachfolgend ein paar Schlaglichter.

Tools & Processes over People & Interaction
Zu Beginn stellte einer der Sponsoren – ein internationaler IT-Großkonzern – sein Produkt für agiles Projektmanagement vor.
Hervorgehobene Produktmerkmale waren zum Beispiel eine zentrale Verwaltung der Resourcen – gemeint waren die Mitarbeiter im Team –
sowie eine zentrale Verwaltung der Aufgaben, die per Push-Prinzip zu den Mitarbeiter delegiert werden können (push the tasks to the resources).
Ob denen jemand gesagt hat, wo sie das Produkt gerade vorstellen?

LeSS SAFe
Es gab mehrere Vorträge zum Thema Agilität in großen Organisationen und hier insbesondere Bezug zu den Frameworks LeSS und SAFe.
In einem Vortrag von Ari Tikka wurden hier die Unterschiede herausgearbeitet. Die Management Summary sieht man im Bild zum Artikel.

Konkret bedeutet dies: im SAFe-Framework wird versucht, durch eine übergeordnete organisatorische Schicht in arbeitsteiliger Weise
die vielen Scrum-Teams zu koordinieren. Demgegenüber strebt LeSS an, die funktionsübergreifenden Teams (x-functional teams) selbst zu skalieren.
Man kann also argumentieren, LeSS skaliert Scrum ohne kulturellen Bruch, SAFe skaliert Scrum mit klassischen Mechanismen und handelt sich damit
mindestens ein Glaubwürdigkeitsproblem ein.

Agile Hardware
Weiterhin gab es Vorträge über die Anwendung von Agilität in der Hardware-Entwicklung. Hier zeigte sich, dass von den Elementen agiler Projektorganisation
das Mittel „kurze Feedback-Schleife“ zur Risikoreduzierung eher zu finden und demgegenüber kaum ein benutzbares Produkt-Inkrement.
Es wurde beispielsweise die Feedback-Qualität erhöht, in dem die Spezialisten der einzelnen Arbeitsschritte in der Wertschöpfungskette mehr miteinander – auch über Halbfertiges – reden und noch nicht vorhandene Hardware durch Simulationen ersetzt wurden. Mir scheint das in solchen Fällen noch nicht zuende gedacht.

Scrum für Fortgeschrittene
Hinsichtlich der Marketingaktivitäten für Scrum-Zertifizierungen standen von Seiten der Scrum Alliance die Zertifikate für Fortgeschrittene im Fokus: Certified Scrum Professional
und als Ankündigung der Certified Team Coach. Hier werden offensichtlich bisher weniger beachtete Marktsegmente ausgebaut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.