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UML 2.5 ist verabschiedet

UML 2.5 ist verabschiedet

27. September 2013

Gestern tagte das Architecture Board der Object Management Group in New Brunswick, NJ. Auf der Tagesordnung stand der Bericht der UML 2.5 Finishing Task Force, ein gewichtiges Dokument von 1114 Seiten. Es enthält die Antwort der Taskforce auf 955 Fehlerberichte die Nutzer der UML eingetragen hatten. Damit ist der Bericht umfangreicher als die Spezifikation selbst, die jetzt auf nur noch 831 Seiten kommt. Gegenüber der Version 2.4.1 hat sie um 147 Seiten abgespeckt. Und das tat ihr auch mal ganz gut. Sie ist jetzt ein zwar kompliziertes und umfangreiches aber durchaus lesbares Nachschlagewerk geworden. Vor allem natürlich, weil sie komplett umstrukturiert wurde. Statt zum Beispiel das UML-Element „Klasse“ in sechs verschiedenen Kapiteln ohne Querverweise zu beschreiben, ist jetzt jede Definition in sich geschlossen. Auch das Metamodell ist nun schön übersichtlich in 14 Paketen organisiert. Was für ein Fortschritt gegenüber den 49 vielfach verflochtenen Paketen der Vorversion.

Die behobenen Fehler sind eher unspektakulär. Der älteste war vom Dezember 2000 und konnte einfach durch einen zusätzlichen erklärenden Text behoben werden. Multiplizitäten wurden angepasst, Inkonsistenzen beseitigt und Zusicherungen, die bisher oft nur textuell beschrieben waren, sind jetzt korrektes OCL. Alleine 539 Fehlerberichte wurden einfach ohne Änderung als erledigt gekennzeichnet, weil sie als unbegründet eingestuft wurden oder sich aufgrund der neu geschriebenen Teile von selbst erledigt hatten.

Von den für den normalen Benutzer sichtbaren Änderungen ist diese vielleicht die Interessanteste: Geerbte Merkmale können nun im Diagramm angezeigt werden, indem ihnen ein ^ vorangestellt wird. Oft wird man das nicht brauchen, aber in einem Fall ist es unverzichtbar: Wenn man in einem Kompositionsstrukturdiagramm zwei geerbte Teile mit einem Konnektor verbinden will, den es in der Oberklasse nicht gab oder ein geerbtes mit einem neuen Teil verbinden will. Diese geerbten Teile kann man zusätzlich in hellerer Farbe darstellen.

Eine Änderung wird sich erst allmählich auswirken, dann aber viele Benutzer der UML erfreuen. Die neue Spezifikation enthält ein normatives Kapitel über Diagrammaustausch. Wenn die Toolhersteller mitziehen, könnte man dann in Zukunft mit einem Tool erstellte Diagramme ohne Verluste in einem anderen Tool öffnen.

Das Ergebnis der Beratungen war übrigens die Annahme der UML 2.5. Ab Oktober sollte sie auf der OMG-Website herunterladbar sein (momentan befindet sich hier noch die Betaversion).

Und jetzt? Die Finishing Task Force 2.5 ist tot, lang lebe die Revision Task Force 2.6: Weitere 469 Fehlerberichte harren der Bearbeitung.

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