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Vom Einpassen der Puzzleteile - Welche Bedeutung hat Design Thinking für Innovationen im Unternehmensalltag?

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Mit Design Thinking wollen wir radikale Innovationen ermöglichen, im besten Fall mit einer marktrevolutionierenden Wirkung. Im Kontext eines Start-Ups oder einer Ausgründung empfinde ich die Anwendung von Design Thinking als attraktiv und sehr naheliegend, weil man ohne Denkverbote auf der sprichwörtlichen "Grünen Wiese" planen und gestalten kann. Ein großer Freiheitsgrad erlaubt mir die Erwägung und Erprobung vielfältiger Lösungsvarianten, gegebenenfalls auch immer wieder Richtungsänderungen. Die empfundene Herausforderung oder Schwierigkeit ist dann vor allem, die 'richtige' aus vielen möglichen Alternativen zu bestimmen und umzusetzen, z. B. um einen notwendigen wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen.

Wie gehe ich aber vor, wenn klare Erwartungshaltungen und Vorgaben an Innovationsprozesse im Unternehmenskontext gestellt werden? Wenn im Unternehmensalltag strategische Entscheidungen, Budgetgrenzen oder Technologievorgaben einen engen Zielkorridor definieren, in dem neue Produkte und Services entwickelt werden sollen? Ich denke nicht, dass man in einem eng gesetzten Zielkorridor einfach mit einer Lösungssuche beginnen kann und so gute Ergebnisse erzielt. Zunächst sollte das Team den Freiraum oder Zielkorridor genauer untersuchen und die gesetzten Grenzen hinterfragen. Wie und wodurch entstehen diese Grenzen? Kann man sich ausreichend sicher fühlen, um Lösungen festzulegen, ohne die Anforderungen und Bewertungsmaßstäbe auch aus Kunden- und Nutzersicht genauer kennengelernt zu haben? Kann das Entwicklungsteam tatsächlich alle möglichen Lösungen benennen? Kann es einen Markterfolg einfach zuverlässig abschätzen?

Ich denke, dass in den meisten Fällen Aspekte des zukünftigen Produktes oder Services nicht vollständig klar sind. Dafür ist die Komplexität der Anforderungen und Realisierungsbedingungen zu groß. Ich habe bereits in einigen Projekten gesehen, dass auf eine Klärung verzichtet wurde und erst im Verlauf einer Umsetzung herausgefunden wurde, dass innerhalb des Entwicklungsteams oder Unternehmens ganz unterschiedliche Vorstellungen und Prioritäten bezogen auf eine Innovation vorherrschen.

Ich habe kennengelernt, dass durch Design Thinking Entwicklungsteams einen Großteil der zuvor angesprochenen Fragestellungen beantworten und Sicherheit für die Umsetzung gewinnen können. Zunächst kann sich das Entwicklungsteam durch die Anwendung der Design Thinking Methodik auf die Nutzerbelange fokussieren. Durch das Kennenlernen der Benutzeranliegen entsteht ein fundiertes Verständnis für zugrundliegende Motive. Zusätzlich lernt das Entwicklungsteam wichtige Bewertungsmaßstäbe kennen und deckt damit Entwicklungsschwerpunkte gemeinsam auf. Insgesamt erzielt das Team so eine Reduktion der Komplexität der geplanten Innovation. Gezielt ausgewählte Nutzerstandpunkte werden dann als Grundlage für die Erarbeitung verschiedenster Lösungsalternativen im Design Thinking Prozess genutzt.

In der Folge nutzt das Entwicklungsteam dann die Lösungsalternativen für die Erstellung von einfachen Prototypen (z.B. in Papierform) und erprobt diese mit Testnutzern. Gerade dieser Schritt hat sich oftmals sehr aufschlussreich erwiesen und führte zu neuen Erkenntnissen. Das Entwicklungsteam kann das Benutzer-Feedback dann direkt für den Einstieg in weitere Lösungsiterationen nutzen.

Die Bedeutung von Design Thinking für Innovationen in Unternehmen liegt für mich damit der Möglichkeit, mit wenig Aufwand in einem Entwicklungsteam neue Lösungen finden und testen zu können. Quasi als "Nebeneffekt" findet außerdem im Entwicklungsteam eine Identifikation mit der Innovation und Konsensbildung im Team statt. Es wird so gerade in frühen Phasen von Innovationsprozessen eine sehr gute Grundlage für eine Umsetzung im Unternehmensalltag geschaffen.