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Testen & Qualitätssicherung

Die fünf Reifegrade der Qualitätssicherung – So schaffen Sie Ihre eigene süße Frucht

21. März 2017

In dem Blogartikel vom 14. März 2017 „Effektive Qualitätssicherung ist wie eine süße Frucht“ sprach ich über die Reifegrade in der Qualitätssicherung. Motiviert durch einige Rückfragen von Lesern möchte ich die fünf Phasen der Reife detaillierter erklären. Die Darstellung der fünf Stufen sind eine Anlehnung zur TMMi-Methode (Test Maturity Model integration www.tmmi.org), ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Phasen sind:

1.       Initial

In dieser Phase werden Tests nur rudimentär ausgeführt. Die Tests sind meist getrieben durch „ad-hoc“ Verfahren. Die Qualität der Tests ist stark abhängig von den persönlichen Erfahrungen, Engagement und Fähigkeiten der einzelnen Tester. Die Testprozesse sind wenig bis gar nicht definiert. Testen läuft der Entwicklung hinterher.

2.       Gemanagt

Das zweite Level beinhaltet im Wesentlichen das Einführen und Leben von Richtlinien fürs Testen. Die Testprozesse werden vereinheitlicht und mit dem Entwicklungsprozess in Einklang gebracht. Testen ist ein fester Bestandteil zur Unterstützung der Entwicklung. Die eingeführten Prozesse werden kontrolliert und gemanagt. Es wird deutlich unterschieden zwischen Test-Entwurf und Test-Ausführung. Die Testergebnisse können verifiziert werden. Im Gegensatz zu den „ad-hoc“ Tests der ersten Stufe werden hier Tests auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt.

3.       Definiert

Die Tests sind in der dritten Stufe vollständig im Lebenszyklus der Software integriert. Eine gut ausgebildete QS-Organisation begleitet die Entwicklungsteams und managed die Testaktivitäten. Die Tester sind integraler Bestandteil der Entwicklung. Automatisierte Regressionstests für alle Teststufen sind ebenso etabliert wie Techniken a la Continious Intergration oder Nightly Builds (Nightly Runs). Testen ist ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung und beeinflusst den Entwicklungsprozess. Durch die Erfahrung der vorhergehenden Projekte werden ständig die Prozesse angepasst. Die Tester werden kontinuierlich weitergebildet, tragen ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Entwicklungsteams. Es gibt klare Richtlinien für das Testvorgehen.

4.       Messbar

Der Leitsatz „Qualität ist messbar“ umschreibt das vierte Level recht gut. Qualitätsmetriken erfassen jederzeit den aktuellen qualitativen Stand des Produkts. Es wird sowohl informell zu Verbesserungszwecken geprüft, als auch formal um die Einhaltung von Qualitätsgrenzen sicherzustellen.

Die Metriken tragen zur Kostenreduzierung bei, weil Schwachstellen frühzeitig identifiziert und Verbesserungen eingeführt werden.

5.       Optimiert

Die Königsklasse und letzte Stufe ist die Optimierung. Tests dienen nicht mehr „nur“ zur Sicherstellung von Qualität, sondern vermehrt der Prävention. Es werden Testfelder identifiziert und präventiv abgedeckt. Fehler werden vor der Entstehung verhindert. Der Testprozess wird permanent verbessert. Die Qualität des Produkts ist eine hervorsagbare und messbare Größe. Fehlerbehebungskosten sind kaum noch nennenswert.

Wichtig ist bei einem solchen Stufenmodell, dass der Prozess bis zur „optimierten QS“ in Phase 5 alle Stufen nacheinander durchlaufen muss.

Gerade der Lernprozess — wenn die einzelnen Phasen gelebt werden — begünstigt die Reife zur nächsten Phase. Ein Überspringen verhindert diesen Lernprozess.

Sie können nicht sinnvoll automatisierte Regressionstest planen, wenn Sie nicht wissen wie die Testprozesse sich in die Entwicklung integrieren.

Sollten Sie Fragen zum Aufbau Ihrer QS haben, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

Lassen Sie uns gemeinsam die Frucht beim Reifen begleiten.

Ihr Georg Haupt

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