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Next Generation SysML: Teil 2 – Die allgemeinen OMG-Anforderungen

Systems Engineering

Next Generation SysML: Teil 2 – Die allgemeinen OMG-Anforderungen

4. Dezember 2018

Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Serie und gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die allgemeinen Anforderungen der OMG in den Request for Proposals (RFP) an die SysML v2 und die SysML API & Services. Der vorherige Blogeintrag gab einen Überblick über die RFP‘s. Die folgenden Blogposts enthalten Details zu den einzelnen Abschnitten der RFP’s.

Die allgemeinen Anforderungen gelten für alle OMG-Spezifikationen und sind nicht spezifisch für die SysML. Daher sind einige von ihnen für die SysML auch nur bedingt relevant.

Allgemeine Anforderungen
Wenn in einer Spezifikation Modelle verwendet werden, sollte eine OMG-Modellierungssprache verwendet und eine XMI-Repräsentation der Modelle bereitgestellt werden. Diese Anforderung ist offensichtlich für SysML v2 relevant.

Die OMG ist ein starker Befürworter des MDA- Konzepts (Model-Driven Architecture). Wenn eine Spezifikation plattformunabhängige Modelle (PIM) und plattformspezifische Modelle (PSM) angibt, muss die Spezifikation auch die Transformationsregeln zwischen PIMs und PSMs angeben und definieren, ob die Transformation oder die PSMs normativ sind.

Die allgemeinen Anforderungen umfassen auch mehrere Qualitätsanforderungen.

Eine Spezifikation soll…

  • … vollständig bezüglich Präzision und Funktionalität sein.
  • … wiederverwendbare Elemente verwenden, sofern möglich.
  • … möglichst unabhängig von anderen Spezifikationen sein.
  • … keine Inhalte von anderen Spezifikationen duplizieren. In diesem Fall ist die Wiederverwendung wichtiger als die Unabhängigkeit.
  • … explizit auf sicherheitsrelevante Elemente wie einen Authentifizierungsmechanismus eingehen, wenn sie Teil der Spezifikation sind.
  • … Änderungen an existierenden Spezifikation minimal halten.
  • … mit bestehenden Spezifikationen kompatibel sein.
  • … Flexibilität bei der Implementierung der Spezifikation erhalten, d.h., ein hohes Maß an Freiheit für Anbieter bei der Implementierung des Standards.
  • … Kapselung unterstützen, d.h., die Fähigkeit, eine Implementierung auszutauschen, ohne die Clients der Implementierung ändern zu müssen.
  • … den Internationalisierungsgrad festlegen, beispielsweise, ob die Spezifikation nur regional relevant ist.

Beachten Sie erneut, dass dies alles allgemeine Anforderungen für Vorschläge für OMG-Spezifikationen sind und nicht spezifisch für SysML ist. Die Anforderungen sind alle etwas vage. Am Ende wird aber eine eingereichte Spezifikation durch eine Abstimmung als Standard verabschiedet und nicht durch die vollständige Erfüllung aller Anforderungen.

Ein besonderer Aspekt ist die Beziehung zu anderen Spezifikationen (Unabhängigkeit, Wiederverwendung, Änderungen). Spezifisch für das SysML v2 RFP ist eine Liste anderer Spezifikationen, die die Autoren der Spezifikation berücksichtigen müssen. Dies sind DD, MOF, SMOF, SysML v1, UML, und XMI. Die folgenden Spezifikationen sollten in Betracht gezogen werden: ALF, BMM, DMN, FUML, MARTE, OCL, ODM, PSCS, PSSM, ReqIF, SysPhS und UAF.. Es scheint, dass wir Ingenieure Abkürzungen lieben. Kennen Sie alle diese Abkürzungen? Wenn nicht, klicken Sie einfach auf einen der Links, um mehr zu erfahren.

Ich habe noch mehr Abkürzungen. Im RFP werden auch einige OMG-Spezifikationen erwähnt, die derzeit in Bearbeitung sind und noch nicht offiziell veröffentlicht wurden. Sie sollten auch berücksichtigt werden: MEF, S&R, MVF, SIMF und UOTR. Besonders hervorzuheben ist die S & R-Spezifikation, d.h., das Safety & Reliability-Profil, mit dem Sicherheits- und Zuverlässigkeitsinformationen in einem Systemmodell erfasst werden können.

Zu guter Letzt werden in dem RFP auch einige Nicht-OMG-Arbeiten aufgeführt, die beachtet werden sollten: ISO 80000, FMI, STEP, ISO 42010, ISO 15288, ISO 15704, ISO 26550, ISO 9241-220.2, INCOSE-Handbuch, SEBoK.

Evaluationskriterien
Obwohl die Spezifikationen unabhängig von ihren Implementierungen sein sollten, listet das RFP einige Bewertungskriterien für Implementierungen auf, um ihre Realisierbarkeit zu überprüfen. Die Bewertungskriterien sind Leistung, Portabilität, Sicherheit, Überprüfbarkeit und Testbarkeit. Beispielsweise prüft die OMG, ob Implementierungen einer Spezifikation auf mehreren Plattformen verfügbar sind (Portabilität).

Der nächste Blogbeitrag behandelt die Anforderungen an die Spracharchitektur von SysML v2.

Frühere Blogbeiträge dieser Reihe:

Geplante zukünftige Blogbeiträge:

  • NextGenSysML Teil 3 – Anforderungen an die Spracharchitektur und den Formalismus
  • NextGenSysML Teil 4 – Übergreifende Anforderungen
  • NextGenSysML Teil 5 – Eigenschaften, Werte und Ausdrücke Anforderungen
  • NextGenSysML Teil 6 – Strukturanforderungen
  • NextGenSysML Teil 7 – Schnittstellenanforderungen
  • NextGenSysML Teil 8 – Verhaltensanforderungen
  • NextGenSysML Teil 9 – Anforderungen an Anforderungen
  • NextGenSysML Teil 10 – Verifikationsanforderungen
  • NextGenSysML Part 11 – Analyseanforderungen
  • NextGenSysML Teil 12 – Beispielmodell und Konformitätsanforderungen
  • NextGenSysML Teil 13 – SysML API & Services Übersicht
  • NextGenSysML Part 14 – API & Services: Architekturanforderungen
  • NextGenSysML Part 15 – API & Services: Konformitätsanforderungen
  • NextGenSysML Teil 16 – API & Services: Serviceanforderungen

(Übersetzung des Original-Blogposts: https://model-based-systems-engineering.com/2018/11/29/next-generation-sysml-part-2-the-general-omg-requirements/)


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